Wir ziehen am gleichen Strang [DE]

Ein Jahr nach der EU-Erweiterung gehen die Meinungen in den alten Mitgliedstaaten auseinander. Während Ökonomen nach wie vor von einer Win-Win"-Situation sprechen, zeigt sich die Bevölkerung in Ländern wie Frankreich und Deutschland zunehmend skeptisch. Hierüber schreibt Victoria Donovan in der europäischen Online-Zeitschrit café babel.

Ein Jahr nach der EU-Erweiterung gehen die Meinungen in den alten Mitgliedstaaten auseinander. Während Ökonomen nach wie vor von einer Win-Win“-Situation sprechen, zeigt sich die Bevölkerung in Ländern wie Frankreich und Deutschland zunehmend skeptisch. Hierüber schreibt Victoria Donovan in der europäischen Online-Zeitschrit café babel.

Abstract: 

Während in der Presse Schlagworte wie „Outsourcing“ und „Sozialdumping“ kursieren, scheinen sich in einigen Ländern anti-östliche Ressentiments zu entwickeln. Doch wie sieht die Wirklichkeit aus? Angenommen, die Erweiterung sei gut für die Wirtschaft der bisherigen fünfzehn Mitgliedsstaaten: Warum wächst dann die Unzufriedenheit im alten Europa?

Ein schmerzfreier Prozess

Theoretisch sollte für die westlichen Mitgliedsstaaten ja eitel Sonnenschein herrschen. Die im Zuge der Osterweiterung vollzogene Handelsliberalisierung hat mit für die alten Mitgliedsstaaten vernachlässigbaren Kosten das Wirtschaftswachstum in Mittel- und Osteuropa angekurbelt. Befürchtungen hinsichtlich einer Überschwemmung westlicher Märkte mit östlichen Billigprodukten haben sich ebenfalls als haltlos erwiesen. Importe aus den neuen Mitgliedsstaaten belaufen sich auf gerade einmal 1% des Bruttoinlandsprodukts der EU. Hingegen profitieren die europäischen Verbraucher von den durch stärkeren Wettbewerb sinkenden Preisen. Darüber hinaus haben westliche Investitionen in diesen Ländern, besonders in arbeitsintensiven Bereichen wie der Textil- oder Autoindustrie, EU-Firmen trotz des ansteigenden globalen Wettbewerbs ermöglicht, konkurrenzfähig zu bleiben und auf heimischen Märkten sogar zu expandieren.

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