Ressourceneffizientes Wirtschaften
Debatte: Ressourceneffizienz - ist weniger immer mehr? (1)Eine sichere Rohstoffversorgung ist unabdingbare Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg deutscher Unternehmen, schreibt der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Gebhart in einem Standpunkt auf EURACTIV.de. Ein wesentlicher Schlüssel, noch vorhandene Potentiale auszuschöpfen, bestehe in technologischen Innovationen.
Debatte: Ressourceneffizienz – ist weniger immer mehr? (1)Eine sichere Rohstoffversorgung ist unabdingbare Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg deutscher Unternehmen, schreibt der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Gebhart in einem Standpunkt auf EURACTIV.de. Ein wesentlicher Schlüssel, noch vorhandene Potentiale auszuschöpfen, bestehe in technologischen Innovationen.
Zum Autor
Dr. Thomas Gebhart (CDU) ist Mitglied des Deutschen Bundestags und dort Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.
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Eine sichere und ausreichende Versorgung mit Rohstoffen ist unabdingbare Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg unserer Unternehmen. Deutschland ist in hohem Maße von Rohstoffimporten abhängig. Verknappungen an den Rohstoffmärkten, die beispielsweise durch Explorationsengpässe oder durch eine interessengeleitete Rohstoffpolitik in den Bezugsländern entstehen, können zu Produktionseinschränkungen und Kostensteigerungen führen. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung eine Rohstoffstrategie verabschiedet, um die Unternehmen in ihrer Rohstoffbeschaffung zu unterstützen.
Die zunehmende Rohstoffgewinnung bei unzureichenden Umweltstandards in Drittländern kann außerdem weitreichende negative Umweltauswirkungen nach sich ziehen, die zur Schädigung von Ökosystemen und zu sozialen und wirtschaftlichen Spannungen führen. Die gesteigerte Nachfrage nach Rohstoffen wird durch die wachsende Weltbevölkerung verstärkt. Auch könnte die Gefahr, dass ein Ungleichgewicht zwischen Ressourcenangebot und -nachfrage Anlass zu gewaltsamen Konflikten gibt, tendenziell steigen. Die deutsche Ressourcenpolitik ist gefordert, globale Verantwortung für die Folgen der Ressourcennutzung in Deutschland zu übernehmen und die Herausforderung, eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung mit ökologischen Erfordernissen zu vereinen, anzunehmen.
Baustein der Rohstoffstrategie: ProgRess
Ein Baustein der Rohstoffstrategie ist daher ein Deutsches Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess), das hierzulande eine nachhaltige und effiziente Nutzung von Ressourcen forcieren soll. Ziel ist es, die Effizienz der Wirtschafts- und Produktionsweisen in Deutschland weiter zu erhöhen und den Verbrauch von Ressourcen weiter zu optimieren. Eigentliches Ziel ist dabei nicht die absolute Senkung des Ressourcenverbrauchs, sondern die intelligente Nutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen.
Dabei muss als Bewertungsmaßstab der gesamte Produktlebenszyklus, von der Rohstoffgewinnung über die weitere Verwendung und Nutzung bis hin zu der Verwertung, in den Blick genommen werden. Nur so ist eine Gesamtbewertung des ökologischen und ökonomischen Nutzen eines Produkts unter dem Gesichtspunkt der Ressourceneffizienz möglich. Auch das Denken in Stoffkreisläufen soll stärker als bisher betont werden. Dies gelingt, wenn Abfälle in biologischen oder technischen Kreisläufen wiederverwendet oder, wo dies an Grenzen stößt, sinnvoll energetisch verwertet werden.
Ressourceneinsatz als Kostenfaktor
Für die deutsche Wirtschaft ist ein nachhaltiger und effizienter Umgang mit Ressourcen langfristig bereits heute – betriebswirtschaftlich wie volkswirtschaftlich – ein maßgeblicher Erfolgsfaktor. In zahlreichen Branchen sind hierzulande durch Optimierung der Produktions- und Verbundprozesse bereits erhebliche Anstrengungen unternommen worden. Dies schon deshalb, weil der Einsatz von Ressourcen in vielen Unternehmen einen maßgeblichen Kostenfaktor darstellt. Es bestehen jedoch in Teilbereichen auch Effizienzpotentiale.
Ein wesentlicher Schlüssel, noch vorhandene Potentiale auszuschöpfen, besteht in technologischen Innovationen. Zahlreiche deutsche Unternehmen sind heute Weltmarktführer im Bereich Effizienztechnologien. Insofern kann die Steigerung der Ressourceneffizienz eine doppelte wirtschaftliche Chance bieten: Einerseits führt eine effiziente Nutzung von Ressourcen im Ergebnis zu einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Andererseits werden Effizienztechnologien weltweit vermutlich zu den Wachstumsbranchen zählen.
Links
Dokumente zur Ressourcen- und Rohstoffpolitik
Commerzbank: "Rohstoffe und Energie: Risiken umkämpfter Ressourcen". Studie (6. Oktober 2011)
BMU: Entwurf des Ressourceneffizienzprogramms (ProgRess) (Stand: April 2011)
EU-Kommission: Fahrplan fu?r ein ressourcenschonendes Europa (20. September 2011)
EU-Kommission: Questions and answers on the Resource Efficiency Roadmap (20. September 2011)
EU-Kommission: "Grundstoffmärkte und Rohstoffe: Herausforderungen und Lösungsansätze". Mitteilung. KOM (2011) 25 (2. Februar 2011)
EU-Kommission: Bericht "Critical Raw Materials for the EU" (Für die EU kritische
Rohstoffe) der Ad-hoc-Gruppe der Gruppe Rohstoffversorgung der Generaldirektion
Unternehmen und Industrie (30. Juli 2010)
EU-Kommission: Ressourcenschonendes Europa – eine Leitinitiative innerhalb der Strategie Europa 2020. Mitteilung. KOM (2011) 21 (26. Januar 2011)
EU-Kommission: "Fahrplan für den Übergang zu einer wettbewerbsfähigen CO2-armen Wirtschaft bis 2050". Mitteilung. KOM (2011) 112 (8. März 2011)
EU-Kommission: Die Rohstoffinitiative — Sicherung der Versorgung Europas mit den für Wachstum und Beschäftigung notwendigen Gütern. KOM (2008) 699 (4. November 2011)
EU-Parlament: Bericht über eine erfolgreiche Rohstoffstrategie für Europa
(2011/2056(INI)). Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE). Berichterstatter: Reinhard Bütikofer. Angenommen am 13. September 2011. (25. Juli 2011)
NABU:Schwacher EU-Plan zur Ressourceneffizienz (19. September 2011)
Dokumente und Internetseiten zur EU-Industriepolitik
Dokumente und Internetseiten
EU-Kommission: Die Industrie für Europa – Europa für die Industrie. Pressemitteilung (28. Oktober 2010)
EU-Kommission: "Eine Industriepolitik für das Zeitalter der Globalisierung". Mitteilung (28. Oktober 2010)
EU-Kommission: "Eine Industriepolitik für das Zeitalter der Globalisierung" – Bestandteile der Strategie der Kommission. MEMO/10/532 (28. Oktober 2010)
EU-Kommission: Overview of Competitiveness in 27 Member States (28. Oktober 2010)
EU-Parlament: Entwurf eines Berichts über eine Industriepolitik im Zeitalter der Globalisierung (13. September 2010)
EU-Parlament: Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE)
EU-Ratspräsident: EU External Relations. "We have strategic partners, now we need a strategy" – Herman Van Rompuy (14. September 2010)
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