Image-Krise der USA: Gründe und Herausforderungen [DE]

In diesem Artikel aus Politik & Kommunikation schreibt Mark E. Dillon, Public-Affairs-Berater in San Franciso und Berlin über die Image-Krise der USA in Deutschland und geht in diesem Zusammenhang der Frage nach, warum das Land, das Public Relations entwickelt hat, nicht in der Lage zu sein scheint, die Unterstützung der Weltöffentlichkeit zu gewinnen.

In diesem Artikel aus Politik & Kommunikation schreibt Mark E. Dillon, Public-Affairs-Berater in San Franciso und Berlin über die Image-Krise der USA in Deutschland und geht in diesem Zusammenhang der Frage nach, warum das Land, das Public Relations entwickelt hat, nicht in der Lage zu sein scheint, die Unterstützung der Weltöffentlichkeit zu gewinnen.

Auszüge:

Lange hatten die meisten Amerikaner kaum Interesse daran, die ausländische Meinung zu beeinflussen. Sie waren vielmehr froh, jegliche Verwicklung in internationale Konflikte zu umgehen, um die kollektive Sicherheit nicht zu gefährden. 
Einzig nach ausländischen Angriffen wurde die Tendenz zum Isolationismus unterbrochen von einer nur noch größeren Entschlossenheit, jegliche Angriffe abzuwehren.

Die Informationsprogramme der US-Regierung hatten ihre Hochphase während der Zeit des Kalten Krieges. Aber sie waren zumeist eine Abwehr und Antwort auf die massiven Propagandakampagnen der Sowjetunion und seiner Alliierten.  Seit dem Zusammenbruch der UdSSR im Jahr 1991, ist das amerikanische Engagement, deutlich zurückgegangen. Die amerikanische Administration dachte offensichtlich, ohne den Feind im Osten brauche man auch keine Image-Arbeit mehr im Ausland zu leisten. 

Vor zwei Jahren warnte daher der ehemalige hohe Beamte des Außenministeriums Edward Djerejian vor einem „Prozess einer einseitigen Abrüstung bei den Waffen der Fürsprache“, der gegen Ende des Kalten Krieges eingesetzt habe.

Und hierbei geht es nicht nur um Geld. „Public Diplomacy“ muss sich heute neuen Herausforderungen stellen: Informationsprogramme für das Ausland richten sich nicht mehr an ein Elitepublikum, von dem die Bildung einer öffentlichen Meinung zu erwarten ist. Das Außenministerium hat bereits begonnen, Methoden für eine breite Ansprache im Ausland zu entwickeln. Allerdings kann von Kontinuität noch keine Rede sein. Zu viele Wechsel in der Leitung verhinderten das bisher.  Das Weiße Haus bemüht sich, die Kapazitäten der „Public Diplomacy“ zu erweitern.

Bisher allerdings ohne großen Erfolg.  Projekte des Pentagon beschränken sich ausschließlich auf Gebiete, in denen US-Truppen stationiert sind, es wird noch immer mehr Zeit darauf verwendet das US-Militär über die Entwicklungen inner- und außerhalb der USA auf dem Laufenden zu halten, als die Weltöffentlichkeit hinreichend über die positiven Tätigkeiten der amerikanischen Truppen im Irak zu informieren, Beamte sponserten Nachrichtenberichte, und Journalisten nahmen diese dankbar an.

So sehr sich kritische Stimmen auch bemühen, den Eindruck einer amerikanischen Propagandamaschine zu schüren, die geschickt Nachrichten manipuliert – die Vielzahl ablehnender und oftmals tendenziöser Berichterstattung über die USA deuten eher auf eine schlecht geölte beziehungsweise gar keine Maschine hin.

Eine vollständige Version des Artikels kann hier  heruntergeladen werden.