Analyse: Brüssels neue Verkäufer – EU-Kommunikationspolitik [DE]
In diesem Artikel aus Politik & Kommunikation analysiert Manuel Lianos die Reaktionen auf die Veröffentlichung des Weißbuches über eine neue Kommunikationspolitik. Während sich in Brüssel die Kommission und Journalisten über die Kommunikationsoffensive streiten, läuft in Berlin ein neues Pilotprojekt an, das ganz nach Wallströms Geschmack ist.
In diesem Artikel aus Politik & Kommunikation analysiert Manuel Lianos die Reaktionen auf die Veröffentlichung des Weißbuches über eine neue Kommunikationspolitik. Während sich in Brüssel die Kommission und Journalisten über die Kommunikationsoffensive streiten, läuft in Berlin ein neues Pilotprojekt an, das ganz nach Wallströms Geschmack ist.
Zusammenfassung und Auszüge:
Nach der Veröffentlichung eines „Aktionsplans“ und des „Plan D“ im vergangenen Jahr, präsentierte die Kommission Anfang Februar das Weißbuch über eine neue Kommunikationspolitik. „Mit diesem „Dreiklang“ will die Kommission die Lehren aus dem Scheitern der Verfassungsdebatte ziehen und Europa wieder näher an die Bürger heran bringen, heißt es in Brüssel.“
„Doch statt Lobeshymnen hagelte es von Seiten der Presse harsche Kritik“, schreibt Lianos. Insbesondere die Ankündigung, den Europäischen Bilderdienst „Europe by Satellite“ (EBS) zu einer „redaktionellen Nachrichtenagentur der Kommission auszubauen“ erntete viel Kritik. „Als seriöse Nachricht getarnt, könnte die Kommission ihre Version des Geschehens in die Redaktionsstuben schicken“, kritisierte etwa Daniela Weingärtner in der tageszeitung. […] Auch die Frankfurter Rundschau krittelte: „Vielleicht gibt es ja noch irgendwo einen pensionierten Prawda-Redakteur, den man fragen kann, wie man das am besten macht“, kommentierte Jörg Reckmann.“
„Ob Nachrichtenagentur oder nicht, die Kommission ist schon mitten dabei, ihre Weltsicht stärker in die hiesigen Redaktionsstuben zu bringen – […] seit Ende 2005 arbeiten drei PR-Profis für die Platzierung von EU-Themen in Radio und Fernsehen.“
Aufkommende Kritik am Brüsseler Themen-Placement findet der ehemalige Journalist Händel, nun Berliner Kommissionssprecher, unangebracht. „Die Redaktionen entscheiden doch immer noch selbst, was ins Blatt und in die Sendung kommt und was nicht […]. „Wir hören immer nur, dass die Bevölkerung zu wenig über Europa weiß und sich unterinformiert fühlt. Daher unsere Offensive über die Medien: Wir bringen die Informationen zum Bürger. Ob die das nun begrüßen oder nicht viel lieber eine Eigeninitiative der Medienmacher sehen wollen, darüber kann man trefflich streiten.“
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