Zypern geht demonstrativ auf Distanz zu Griechenland
Im Schuldenstreit der neuen Regierung in Athen mit der Euro-Zone geht das eng mit Griechenland verknüpfte Zypern demonstrativ auf Distanz. Mehr als kulturelle Bande gebe es nicht.
Im Schuldenstreit der neuen Regierung in Athen mit der Euro-Zone geht das eng mit Griechenland verknüpfte Zypern demonstrativ auf Distanz. Mehr als kulturelle Bande gebe es nicht.
„Es gibt kulturelle Bande, mehr nicht“, sagte Finanzminister Harris Georgiades der Nachrichtenagentur Reuters: „Wir gehen unseren eigenen Weg.“ Die Inselrepublik wird seit Mai 2013 vom Euro-Stabilisierungsfonds ESM und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) mit einem Hilfsprogramm von zehn Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt. Anders als in Griechenland wurden die mit den Geldgebern vereinbarten Reformen bisher umgesetzt. In diesem Jahr ist eine Rückkehr an den Kapitalmarkt geplant.
„Eine gemeinsame Sprache ist das eine, eine gemeinsame Wirtschaft aber etwas völlig anderes“, sagte Georgiades. Nach dem Wahlsieg der linken Syriza-Partei Ende Januar in Athen sind beide Länder auch politisch weiter auseinandergerückt. In Zypern regiert eine Mitte-Rechts-Regierung. Sie wirft dem früheren kommunistischen Staatspräsidenten Dimitris Christofias vor, die Sanierung der zyprischen Banken verschleppt zu haben, deren Probleme die Rettungsaktion am Ende notwendig gemacht hatten.
Vor der Beinahe-Pleite Zyperns waren im Gefolge der weltweiten Finanzkrise bei den Banken des Landes große Verluste aufgelaufen. Die Regierung konnte die Geldhäuser wegen der aus dem Ruder gelaufenen Staatsverschuldung nicht mehr unterstützen. Ein Schuldenschnitt der privaten Gläubiger in Griechenland im Frühjahr 2012 setzte die eng mit Griechenland verbundenen Banken weiter unter Druck. Zentraler Punkt der Reformauflagen der Euro-Zone und des IWF ist die Verkleinerung des im Vergleich zur Wirtschaftskraft Zyperns überdimensionierten Finanzsektors.
Mittlerweile hat Zypern die engen Verbindungen seiner Banken mit Griechenland verringert. Zentralbank-Präsidentin Chrystalla Georghadji sagte Reuters: „Wir hoffen, dass es keine Probleme in Griechenland gibt, wenn doch, sind unsere Banken abgeschirmt.“
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