Zugunglück in Belgien: Leterme beendet Balkan-Reise

Nach einem tragischen Zugunglück am Rande Brüssels beendete der belgische Ministerpräsident Yves Leterme vorzeitig eine dreitägige Balkan-Reise und kehrte bereits gestern (15. Februar) aus dem Kosovo zurück.

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Nach einem tragischen Zugunglück am Rande Brüssels beendete der belgische Ministerpräsident Yves Leterme vorzeitig eine dreitägige Balkan-Reise und kehrte bereits gestern (15. Februar) aus dem Kosovo zurück.

Nach dem Besuch des Kosovo sollte Leterme eigentlich nach Albanien, Montenegro und Serbien weiterreisen. Der Besuch war verbreitet als Teil der Vorbereitungen auf die belgische EU-Präsidentschaft bewertet worden, die am 1. Juli 2010 beginnt. Der belgische König Albert II. unterbrach ebenfalls seinen Urlaub in Frankreich, um an den Unglücksort zu reisen.

Bei dem Frontalzusammenstoß nahe Halle, der am Montagmorgen während des Berufsverkehrs stattfand, wurden 18 Menschen getötet und mehr als 50 schwer verletzt. Ermittler müssen noch die Ursache des Unfalls klären. Berichten zufolge hatte einer der Zugführer ein Haltesignal überfahren. In den beiden Zügen befanden sich insgesamt 550 Passagiere.

Die belgische Presse verurteilte die Tatsache, dass die Einführung eines Systems, mit dem Züge für den Fall menschlichen Versagens automatisch zum Anhalten gebracht werden, zu langsam voranschreite.

Da die Unfallstelle vor Ende der Ermittlungen nicht geräumt wird, wurden die Schnellzüge Thalys und Eurostar, die Brüssel mit Paris, London, Amsterdam und Köln verbinden, am Dienstag ausgesetzt. Die Hochgeschwindigkeitszüge nutzen normalerweise dieselben Gleise, auf denen das Unglück stattfand.

Eine Telefonnummer (02/528.28.28) und Website (www.railtime.be) sind eingerichtet worden, um Reisende über Änderungen auf dem Laufenden zu halten.

Währenddessen sind Beileidsbekundungen aus Europa und aller Welt eingetroffen. Es wird erwartet, dass Belgien einen nationalen Trauertag zum Gedenken an die Opfer ausruft.