Zahl der Todesopfer bei Straßenunfällen steigt [DE]

Eine Umfrage, die von der Federation Internationale de l'Automobile (FIA) unter ihren Mitgliedern durchgeführt wurde, hat ergeben, dass trotz der positiven Entwicklungen in Hinblick auf den Rückgang von Straßenunfällen in den vergangenen Jahre die Zahl der Verkehrstoten und schwerer Verletzungen in den meisten europäischen Staaten in den vergangenen Monaten gestiegen ist.

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Eine Umfrage, die von der Federation Internationale de l’Automobile (FIA) unter ihren Mitgliedern durchgeführt wurde, hat ergeben, dass trotz der positiven Entwicklungen in Hinblick auf den Rückgang von Straßenunfällen in den vergangenen Jahre die Zahl der Verkehrstoten und schwerer Verletzungen in den meisten europäischen Staaten in den vergangenen Monaten gestiegen ist.

Bisher schien die EU auf dem richtigen Weg zu sein, um ihr Ziel, die Zahl der tödlichen Straßenunfälle bis 2010 zu halbieren, zu erreichen. Auf dieses Ziel hatte man sich 2001 im Rahmen des Europäischen Aktionsprogramms der Kommission für die Straßenverkehrssicherheit geeinigt. Dieser Trend scheint sich jedoch in der ersten Jahreshälfte 2007 in den meisten Mitgliedstaaten, besonders in Dänemark und Finnland, umgekehrt zu haben. Laut einer Umfrage des FIA, die am 14. September 2007 veröffentlicht wurde, sind die Statistiken zu Todesopfern bei Straßenunfällen für Finnland in den vergangenen Monaten um 40% gestiegen.

In Polen und in der Tschechischen Republik hat die Zahl der Verkehrstoten um mehr als 14% zugenommen. Auch in Deutschland, das bisher in Europa am besten abgeschnitten hat, hat in den ersten sechs Monaten diesen Jahres einen plötzlichen Anstieg von 8% bei Straßenunfällen mit tödlichem Ausgang verzeichnet.

Eine weitere erschreckende Zahl kommt aus dem Vereinigten Königreich, wo die Zahl der Kinder, die bei Straßenunfällen ums Leben gekommen sind, 2007 um 13% und im vergangenen Jahr um 20% gestiegen ist. Dies teilte das britische Department for Transport mit.

Dennoch gehört das Vereinigte Königreich zu einer kleinen Gruppe von Ländern, zu der auch Spanien und Italien zählen, die einen Rückgang der Zahlen berichteten.

Auch wenn der FIA erklärt, dass diese vorläufigen Ziffern nur einen „Ausschnitt“ und nicht offizielle EU-Statistiken repräsentierten, sagte der Verband, dass es dringend notwendig sei, alle Regierungen und Organisationen, die mit Straßensicherheit zu tun haben, aufzufordern, ihre Bemühungen stark zu erhöhen, um die Sicherheit auf europäischen Straßen zu verbessern.

Laut Werner Kraus, dem Vorsitzenden des Eurocouncil des FIA, sollte die erfolgreiche Senkung der Zahl der Verkehrstoten in den vergangenen Jahren keine Entschuldigung für Selbstzufriedenheit sein.

Von den jüngsten Zunahmen der Todesopfer bei Straßenunfällen alarmiert hat der FIA die Einführung einer Reihe von Maßnahmen gefordert. Hierzu zählen die verpflichtende Installation eines elektronischen Stabilitätsprogramms in allen neuen Kraftfahrzeugen, weitere Initiativen zur Verwendung von Sicherheitsgurten, die Verbesserung der Qualität der Straßen sowie Bemühungen zur Verbesserung des Verhaltens der Fahrer durch Bildung und Kontrollen.

Europäische Experten wissen bisher nicht genau, was die Ursache für diese Ergebnisse ist. Sie nennen jedoch die negativen Auswirkungen der zu 2006 unterschiedlichen Wetterbedingungen als eine mögliche Ursache.

Auch die Zahl der Todesopfer bei Motorradunfällen nahm stark zu – in Österreich und in Deutschland stieg die Zahl um mehr als 60%. Hier sei das heiße Wetter sehr wahrscheinlich als Erklärung anzuführen, da es mehr Motorradfahrer auf die Straßen bringe, so die Mitglieder des FIA.