WTO-Gipfel 2005 [DE]
Nach sechs langen Verhandlungstagen haben sich die 149 WTO-Mitglieder auf eine Kompromisserklärung geeinigt, die viele Fragen offen lässt.
Nach sechs langen Verhandlungstagen haben sich die 149 WTO-Mitglieder auf eine Kompromisserklärung geeinigt, die viele Fragen offen lässt.
Der Kompromiss, der letztendlich gefunden wurde, kam zustande, als die Entwicklungsländer, angeführt von Brasilien und Indien, in letzter Minute einem Kompromisstext zustimmten. Die wichtigsten Aspekte sind die folgenden:
Agrarsubventionen: Die EU muss ihre Zuschüsse für Agrarexporte bis 2013 einstellen. Die Entwicklungsländer und die USA hatten sich für 2010 eingesetzt, die EU wollte „erhebliche Reduzierungen“ jedoch nicht vor 2013 vornehmen.
Entwicklungshilfe: Die WTO-Länder einigten sich auf ein Hilfspaket für die ärmsten Länder. Importbeschränkungen für Waren aus den 50 ärmsten Entwicklungsländern sollen aufgehoben und die technischen Hilfeleistungen für diese Staaten erhöht werden.
Baumwolle: Die USA werden mit afrikanischen Ländern Verhandlungen über den Abbau von Baumwollsubventionen führen. Die USA indes hat nicht versprochen, die Zuschüsse für den eigenen Bauwollanbau, welche die AKP-Länder (Afrikanische, Karibische und Pazifische Staaten) hart treffen, zu kürzen. Außerdem lehnen die USA es bislang ab, die Importzölle für Textilien aus Bangladesch und Kambodscha abzuschaffen.
Es gibt daher eine Reihe von Themen, die in dem Kompromiss nicht angesprochen werden, unter anderem auch die Bereiche Industriegüter, Dienstleistungen und Marktöffnung für nichtlandwirtschaftliche Waren. Im Jahr 2006 werden die Verhandlungen weitergehen.