WHO warnt vor steigendem Affenpocken-Risiko weltweit

Am Montag (12. August) veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Bericht, der einen deutlichen weltweiten Anstieg an Affenpocken-Fällen aufzeigt. Auch vier EU-Staaten sind besonders betroffen.

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Vier europäische Länder - Spanien (8.084 Fälle), Frankreich (4.272), das Vereinigte Königreich (3.952) und Deutschland (3.857) - gehören zu den zehn Nationen mit den höchsten Gesamtzahlen der Fälle von Januar 2022 bis Juni 2024. [gettyimages/Kateryna Kon/Science Photo Library]

Am Montag (12. August) veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Bericht, der einen deutlichen weltweiten Anstieg an Affenpocken-Fällen aufzeigt. Auch vier europäische Staaten sind besonders betroffen.

Der Bericht dokumentiert 99.176 laborbestätigte Fälle und 208 Todesfälle in 116 Ländern und Territorien von Januar 2022 bis Juni 2024.

Allein im Juni 2024 (letzte verfügbare vollständige monatliche Überwachungsdaten) wurden 934 neue Fälle und vier Todesfälle aus 26 Ländern gemeldet, was die anhaltende globale Ausbreitung des Virus unterstreicht.

Die Risikobewertung der WHO weist auf ein hohes Risiko der Übertragungen von Mpox (engl. Monkeypox) im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und den angrenzenden Gebieten hin, wo das Virus vorwiegend Erwachsene befällt und sich hauptsächlich durch sexuelle Kontakte verbreitet.

Die Varianten des Mpox-Virus werden in Kladen eingeteilt, Gruppen von Stämmen mit gemeinsamen genetischen Merkmalen. Klade I, früher Kongobecken oder zentralafrikanische Klade, und Klade II, früher westafrikanische Klade, sind die primären Klassifizierungen. Beide Kladen sind weiter in die Unterkladen Ia, Ib, IIa und IIb unterteilt.

Ein hohes Risiko wurde in anderen Regionen der Demokratischen Republik Kongo festgestellt, wo die Variante der Klade Ia endemisch ist und hauptsächlich Kinder infiziert.

In der weiteren Region, in Nigeria und anderen Teilen West-, Zentral- und Ostafrikas, besteht ein mäßiges Risiko sowohl für Kinder als auch für Erwachsene der Kladen I und II. Weltweit besteht ein mäßiges Risiko für die Klade IIb, von deren Ausbrüchen hauptsächlich Männer betroffen sind, die Sex mit Männern haben.

Vier europäische Länder – Spanien (8.084 Fälle), Frankreich (4.272), das Vereinigte Königreich (3.952) und Deutschland (3.857) – gehören zu den zehn Nationen mit den höchsten Gesamtzahlen der Fälle von Januar 2022 bis Juni 2024.

Da die Meldung neuer Mpox-Fälle an die WHO rückläufig ist, ist es schwierig, Schlussfolgerungen aus den jüngsten Trends bei den Mpox-Fällen zu ziehen. Die WHO hat alle Länder nachdrücklich aufgefordert, Mpox als meldepflichtige Krankheit einzustufen und Fälle zu melden, auch solche, bei denen es keine Fälle gibt.

In dem Bericht werden Länder, die keine Meldung machen, nicht hervorgehoben. Die Tatsache, dass keine Fälle gemeldet wurden, könnte also eher auf eine fehlende Erfassung als auf das Nichtvorhandensein des Virus zurückzuführen sein.

Mpox ist zwar keine sexuell übertragbare Krankheit, kann aber wie andere Infektionen auch durch sexuellen Kontakt übertragen werden. Zu den ersten Symptomen gehören Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, die in der Regel innerhalb der ersten fünf Tage nach der Infektion auftreten.

[Bearbeitet von Chris Powers/Kjeld Neubert]