Weltgesundheitsorganisation erhält Milliardenzusagen beim G20-Gipfel

Die Weltgesundheitsorganisation hat beim G20-Gipfel in Rio de Janeiro 3,8 Milliarden US-Dollar (3,6 Milliarden Euro) an Zusagen erhalten. Das entspricht der Hälfte ihres Finanzierungsziels von 7,1 Milliarden US-Dollar (6,7 Milliarden Euro) aus der ersten mehrjährigen Investitionsrunde.

EURACTIV.com
19.11.2024 – Coletiva à imprensa em conjunto com o Diretor-Gera
Tatsächlich hat der diesjährige G20-Gipfel unter dem Vorsitz von Brasiliens Lula da Silva (Bild M.) unerwartet einen Schwerpunkt auf Gesundheit gelegt. [Ricardo Stuckert/G20 Brasil]

Die Weltgesundheitsorganisation hat beim G20-Gipfel in Rio de Janeiro 3,8 Milliarden US-Dollar (3,6 Milliarden Euro) an Zusagen erhalten. Das entspricht der Hälfte ihres Finanzierungsziels von 7,1 Milliarden US-Dollar (6,7 Milliarden Euro) aus der ersten mehrjährigen Investitionsrunde.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist stark auf freiwillige Beiträge, die weniger vorhersehbar sind, angewiesen, sowie auf Zusagen von Mitgliedsstaaten. In diesem Jahr beteiligten sich der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, Bundeskanzler Olaf Scholz, der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa und der französische Präsident Emmanuel Macron an dem ersten gezielten „verlässlichen“ Fonds, der im Mai 2024 ins Leben gerufen wurde.

„Die Investitionsrunde der WHO dient dazu, die verlässliche und flexible Finanzierung zu mobilisieren, die die WHO benötigt, um Leben zu retten, Krankheiten vorzubeugen und die Welt gesünder und sicherer zu machen“, erklärte Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO.

„Ich danke Präsident Lula für seine starke Unterstützung der WHO.“

Tatsächlich hat der diesjährige G20-Gipfel unter dem Vorsitz von Brasiliens Lula da Silva unerwartet einen Schwerpunkt auf Gesundheit gelegt.

Das wichtigste Ergebnis der brasilianischen G20-Präsidentschaft ist die Gründung der Globalen Allianz gegen Hunger und Armut, einer von Brasilien vorgeschlagenen Initiative zur Bekämpfung von Mangelernährung und Armut weltweit.

Zusätzlich wurde Ende Oktober eine globale Koalition für die lokale Produktion von Impfstoffen, Diagnosetests und anderen Gesundheitsmaterialien für Länder des Globalen Südens ins Leben gerufen.

„Die Arbeit der WHO kommt uns allen zugute. Sie braucht eine verlässliche Finanzierung aus einer breiten Basis. Jeder Beitrag zählt“, kommentierte Scholz.

Macron betonte ebenfalls, dass die WHO die „einzige Organisation ist, die technisch und politisch in der Lage ist, unsere globale Gesundheitsarbeit zu koordinieren“, und erklärte, dass Mittel aus der Investitionsrunde für eine neue Akademie eingesetzt würden.

WHO-Vertreter erwarten, dass diese Finanzierung die Arbeit der Organisation in den nächsten vier Jahren sichern wird.

[Bearbeitet von Martina Monti/Kjeld Neubert]