Weithin zugängliche Universitäten am besten für Herausforderungen gewappnet [DE]
Universitäten, die ein breites Spektrum an Studenten annehmen und Angebote für lebenslanges Lernen zur Verfügung stellen, insbesondere die in Australien, Großbritannien und Dänemark, hätten die besten Systeme für Hochschulbildung, um wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen zu begegnen, so der Brüsseler Think Tank Lisbon Council.
Universitäten, die ein breites Spektrum an Studenten annehmen und Angebote für lebenslanges Lernen zur Verfügung stellen, insbesondere die in Australien, Großbritannien und Dänemark, hätten die besten Systeme für Hochschulbildung, um wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen zu begegnen, so der Brüsseler Think Tank Lisbon Council.
In Zeiten, in denen Wissen einen hohen Stellenwert einnehme, sei der Zugang zu Bildung ein grundlegendes politisches Ziel, mit dem man bedeutende Fortschritte im sozialen und wirtschaftlichen Bereich erzielen könne, so der Präsident von Lisbon Council Paul Hofheinz in einem Kommentar zur Studie über die Hochschulsysteme von 17 OECD-Ländern, die am 18. November 2008 veröffentlicht wurde.
Aus der Studie geht hervor, dass Australien, Großbritannien und Dänemark insgesamt die besten Hochschulsysteme der untersuchten Länder haben und damit in dieser Reihenfolge die ersten drei Plätze belegen. Das liege daran, dass ihre Universitäten das breiteste Spektrum an Studenten, sowohl aus dem eigenen als auch aus anderen Ländern, annehmen würden, ohne ihre universitären Bildungsstandards zu senken. Dass kaum jemand von der Hochschulbildung ausgeschlossen werde, ziehe ausländische Studenten an, was wiederum ein Vorteil für diese Länder im internationalen Rennen um qualifizierte Arbeiter darstelle, meinen die Autoren.
Zudem nähmen alle drei Länder bei der kontinuierlichen Fortbildung für Erwachsene eine Vorreiterrolle ein. Das Weiterbildungsangebot könnten Erwachsene nutzen, nachdem sie ihre Ausbildung im formellen Bildungssystem abgeschlossen hätten. Auf diese Weise könnten viele Menschen vom Angebot für lebenslanges Lernen profitieren und erhielten infolgedessen ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt.
In Deutschland und Österreich hingegen, die nur auf dem 15. bzw. 16. Platz landen, stellten die Einschränkungen ihrer Bildungssysteme Probleme dar. In diesen Ländern könnten nur wenige Schüler an einer Universität studieren. Infolgedessen werde relativ wenigen Menschen eine Hochschulbildung zuteil, so der Bericht.
Spanien, das das Schlusslicht bildet, solle dem Bericht zufolge etwas gegen die offensichtliche Diskrepanz zwischen den Fächern, die an der Universität unterrichtet würden, und den Qualifikationen, die auf dem Arbeitsmarkt gefordert würden, unternehmen.
Viele Systeme seien zu elitär und schlössen zu viele Menschen aus. Sie böten zu wenigen Menschen zu wenige Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung im Laufe ihres Lebens, so Dr. Peer Ederer, der Hauptverfasser der Studie. Er fügte hinzu, die Hochschulbildungssysteme erfüllten die sozialen und wirtschaftlichen Anforderungen der wissensbasierten Wirtschaftsländer nicht.
Ende Oktober verabschiedete die European University Association eine Charta für Lebenslanges Lernen, in der sich die Universitäten verpflichten, mehr Menschen eine Hochschulbildung zu ermöglichen, um die Vermittlungsfähigkeit von Hochschulabsolventen zu steigern, wie zunehmend gefordert wird.