Wegen ausbleibender Zahlungen: Russland stoppt Öllieferungen an Polen
Das russische Unternehmen Transneft hat offenbar Öllieferungen an polnische Raffinerien eingestellt. Der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti zufolge wurde Polen aus dem vom russischen Energieministerium genehmigten Exportprogramm wegen angeblicher Zahlungsausfälle ausgeschlossen.
Das russische Unternehmen Transneft hat offenbar Öllieferungen an polnische Raffinerien eingestellt. Der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti zufolge wurde Polen aus dem vom russischen Energieministerium genehmigten Exportprogramm wegen angeblicher Zahlungsausfälle ausgeschlossen.
Am Samstag erklärte das Unternehmen PKN Orlen, eine polnische multinationale Ölraffinerie und Benzinhändler, es habe die Öllieferungen aus Russland über die Druzhba-Pipeline nicht erhalten.
Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Daniel Obajtek, erklärte, Polen sei auf ein solches Szenario „gut vorbereitet.“
„Nur 10 Prozent unseres Öls kommen aus Russland, und wir werden es durch Öl aus anderen Quellen ersetzen“, twitterte er.
Obajtek betonte, die Reduzierung des Anteils russischen Öls sei ein Element der Diversifizierungsstrategie des Unternehmens. Das Unternehmen sei daher der Ansicht, dass die Aussetzung weiterer russischer Lieferungen keine Auswirkungen auf die Versorgung des polnischen Marktes mit Ölprodukten, einschließlich Benzin und Diesel, haben werde.
Das Unternehmen erklärte zudem, dass es Import von russischem Öl über den Seeweg bald nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine aufgegeben habe, viel früher also, als das EU-Embargo eingeführt wurde.
Dennoch, so Michał Kozak, Analyst bei Trigon DM, dürfte PKN Orlen 200.000.000 Zloty (42.421.000 €) infolgedessen verlieren, dass Russland die Öllieferungen eingestellt hat.
Während Orlen im Jahr 2015 fast ausschließlich Öl aus Russland bezog, bezieht der Raffineriebetreiber jetzt den Großteil seines Öls aus der Nordsee, Westafrika, dem Persischen Golf und dem Golf von Mexiko.
Gleichzeitig wurden die Öllieferungen durch die Druschba-Pipeline zu Orlens Raffinerien in Tschechien nicht offenbar nicht gestoppt, wie Business Insider berichtet.
In der Tschechischen Republik sei die Diversifizierung der Öllieferanten weniger einfach, daher könnte eine schnelle Unterbrechung der Lieferungen dazu führen, dass die Ölverarbeitung um 50 bis 60 Prozent sinke, sagte Kozak dem Magazin.
Eine Alternative sei die Verlängerung der Transalpine (TAL) Pipeline, die derzeit von Italien über Österreich nach Deutschland verläuft und es Tschechien ermöglicht, Öl aus der Adria zu importieren. Diese Investition werde jedoch viel Zeit in Anspruch nehmen, so der Experte.