Wassersparen dringt bis zur Getränkeindustrie vor [DE]
In New York haben einige Restaurants damit begonnen, abgefülltes Wasser von der Speisekarte zu nehmen, um damit der Sorgen von Verbrauchen um die Umwelt nachzukommen. Der Trend hat auch Resonanz in der gesamten Getränkeindustrie hervorgerufen und wichtige Marken, wie Coca-Cola und Nestlé haben wassersparende Maßnahmen angekündigt, um so ihren Ruf zu verbessern.
In New York haben einige Restaurants damit begonnen, abgefülltes Wasser von der Speisekarte zu nehmen, um damit der Sorgen von Verbrauchen um die Umwelt nachzukommen. Der Trend hat auch Resonanz in der gesamten Getränkeindustrie hervorgerufen und wichtige Marken, wie Coca-Cola und Nestlé haben wassersparende Maßnahmen angekündigt, um so ihren Ruf zu verbessern.
Das Argument für lokales Wasser sei nachvollziehbar und eindeutig, sagte Joseph Bastainich, der abgefülltes Wasser quer über sein Restaurantimperium, das sich von New York bis Los Angeles erstreckt, von der Speisekarte nimmt.
Es sei absurd Wasser durch die ganze Welt zu transportieren und zu verpacken, so Bastainich.
Unterdessen haben Sorgen um sinkende Absatzzahlen Getränkeunternehmen wie zum Beispiel Coca-Cola, PepsiCo, Nestlé und SABMiller die einst erfolgreich abgefülltes Wasser verkauft haben, für das negative Verbraucherimage sensibilisiert, das so entstanden ist.
Wasser wird knapper und es entstehen Gefahren, dass bisherige Preise stark ansteigen könnten, weshalb die Getränkeindustrie Initiative zeigen muss, um ihren Zugang zu Wasser zu behalten und nicht als “Wasserstehler” zu gelten.
Wasser sei das neue Erdöl, sagt Steven Dixon, der den Global Beverage Fund bei Arnhild & S.Bleichroeder leitet und damit wiederholt, was zum Mantra geworden ist. Klimawandel und wachsende Bevölkerung machen die Besteuerung von Wasser notwendig.
Als Investor sei er über die Realität nicht besorgt, sagte Dixon, da es allgemein immer genügend Wasser gebe. Aber er sei sich über die öffentliche Wahrnehmung bewusst und diese sei letztendlich auch das was zähle.
Etwa ein Drittel der Bevölkerung der Welt lebt nun in Gebieten mit Wasserknappheit, sagt Brooke Barton, Manager für Unternehmensverantwortung bei Ceres, einem Netzwerk von Umweltaktivisten und Investoren, das Fragen über Nachhaltigkeit nachgeht. Bis 2025 werden es mehr als zwei Drittel sein.
Kosten
Wasser ist immer noch günstig, aber das wird sich ändern.
Wasser sei zurzeit noch mit keinen großen Kosten verbunden, sagte Andy Wales, Chef für nachhaltige Entwicklung bei der Brauerei SABMiller, die jährlich mehr als 94,5 Milliarden Liter Wasser verbraucht. Dies bedeutet, dass für einen Liter Bier mehr als 4,5 Liter Wasser benötigt werden.
Wasser und Energie kombiniert machten nur 5 Prozent der Kosten für das Unternehmen aus, die von Kosten für Zutaten, Abfüllmaterialien und Arbeitskräfte überschattet werden. Allerdings sagte die Brauerei, dass die Wasserkosten in einer Abfüllanlage in Bogota, Kolumbien jedes Jahr um mehr als 12 Prozent ansteigen, da Böden in die Flüsse gewaschen würden, welche von Viehwirtschaft und Entwaldung zerstört worden seien.
Neue Preismechanismen für Wasser entstehen, wie zum Beispiel die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union, die bis zum Jahr 2010 ein Preissystem für Wasser erstellen wird und somit einen nachhaltigen Verbrauch ermutigen will.
Etwa 70 Prozent des weltweit verfügbaren Wassers wird für die Landwirtschaft benutzt, während die Industrie etwa 20 Prozent nutzt. Aber viele Industrien, die auf Landwirtschaft beruhen, von Fleisch bis zu Jeans, benötigen Unmengen an Wasser.
SABMiller ist eine der wenigen Firmen, darunter Coca Cola und Pepsi, die ihre “Wasserfußabrücke” berechnen. Es wurde herausgefunden, dass die Menge an Wasser in der gesamten Versorgungskette zur Herstellung von Gerste und Hopfen, bis zu 34 mal höher sein kann als in dem Produkt enthalten ist.
Mit mehr als 139 Brauereien auf sechs Kontinenten kann die Menge Wasser, die zur Herstellung eines Liters Bier benötigt wird, schnell bei 40 Litern für ein mitteleuropäisches Bier liegen. In Südafrika kann es bis zu 155 Liter benötigen. Eine kleineren Umfang als Grundlage heranziehend beträgt der gesamte Fußabdruck von SABMiller ungefähr 8,4 Billionen Liter Wasser im Jahr, was mehr als der doppelte Verbrauch Islands ist.
Auf lange sicht sehe man dies als Risiko, sagte Wales.
Ansehen
Da sie sich vermehrt Kritik ausgesetzt sehen, haben multinationale Getränkehersteller begonnen sich Wassersparziele zu setzen. Sie bauen Gemeindebrunnen und effizientere Fabriken, arbeiten mit der Landbevölkerung an nachhaltiger Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Wiederaufforstung und suchen neue Technologien, um ihren Wasserverbrauch zu reduzieren, obwohl sie immer mehr Getränke produzieren.
„Für unseren Typ von Unternehmen, oder jeden anderen der eine direkte Verbindung zu Wasser hat, müssen wir diese Rolle spielen“, so Greg Koch, der Vorsitzende des globalen Wasserprogramms von Coca Cola.
Der American Beverage Association zufolge verwenden Hersteller nicht-alkoholischer Getränke 0,03 Prozent des Grundwassers das in den Vereinigten Staaten verwendet wird. Jedoch stellt der Symbolismus als sichtbarer Nutzer die Branche an die vordere Front des Kampfes um die Wasserreserven, so Kim Jeffery, Vorsitzender von Nestlé Waters Nordamerika.
„Auf unserer Industrie herumzuhacken ist wie eine Mücke auf einem Elefanten”, sagte Jefferey, dessen Vertrag aus dem Jahr 2003 eine Abfüllanlage in McCloud, Kalifornien zu bauen wegen Protesten von Bewohnern und Gruppen, die über die Umweltfolgen und die Bedrohung durch Wasserprivatisierung besorgt waren, erlosch.
Nestlé hat vor kurzem eine dreijährige Studie über die Ressourcen der Gegend begonnen, aber Jefferey sagte, dass es seine gute Chance gebe, dass das Projekt aufgrund der sich verändernden Wirtschaft und Ängsten auf beiden Seiten nie stattfinden werde.
Letztendlich, wenn man sie hier nicht wolle, werde man auch nicht da sein, sagte er. Tom Pirko, Präsident der Beratungfirma Bevmark LLC sagte, es sei entscheidend für Unternehmen im Einklang mit den Interessen der Verbraucher zu handeln, da es schwer sei in solch einem überfüllten Markt neu Fuß zu fassen, wenn man einmal den Halt verloren habe.
Coca-Cola hat dies in einer harten Weise erfahren, nachdem die Dürre im indischen Staat Kerala zur Schließung seiner Abfüllanlage geführt hatte, da es „kritisiert“ wurde die Wasserreserven förmlich aufzusaugen.
Coca-Cola sagte, dass seine Anlage den Wassermangel nicht verursacht hätte, dennoch verbreitete sich ein Aufschrei über den Globus und Studenten in Großbritannien und Nordamerika forderten Boykotte.
Was man hier verloren habe, seien die sozialen Lizenzen zum Betrieb gewesen, so Koch. Umwelt- und Gemeinschaftsorganisationen kämpfen immer noch damit, Coca Cola in anderen Dörfern Indiens loszuwerden.
Wenn sich die Verbraucher gegen einen wenden sei man erledigt, so Pirko.
(EURACTIV und Reuters.)