Wasserknappheit durch Klimawandel: EU soll aktiv werden [DE]

Die EU geriet gestern (5. November 2008) unter Druck, die Wasserfrage weiter nach oben auf die Agenda zu setzen, um zu den internationalen Bemühungen um die Anpassung an den Klimawandel beizutragen. Auch Europa wird mittlerweile mit der Realität häufiger wiederkehrender Dürreperioden und dem Problem der Wasserknappheit – hervorgerufen durch die Erderwärmung – konfrontiert.

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Heute (22. März) ist Weltwassertag. [shutterstock]

Die EU geriet gestern (5. November 2008) unter Druck, die Wasserfrage weiter nach oben auf die Agenda zu setzen, um zu den internationalen Bemühungen um die Anpassung an den Klimawandel beizutragen. Auch Europa wird mittlerweile mit der Realität häufiger wiederkehrender Dürreperioden und dem Problem der Wasserknappheit – hervorgerufen durch die Erderwärmung – konfrontiert.

Bei einem Wasser-Gipfel des Think Tanks ‚Friends of Europe’ und der Europäischen Wasserpartnerschaft in Brüssel sagte Ger Bergkamp vom Weltwasserrat, die EU solle sicherstellen, dass Wasserfragen bei der Klimakonferenz der Vereinten Nationen, die nächstes Jahr in Kopenhagen stattfindet, eine wichtigere Rolle spielen werden. 

Es sei bereits wichtige Arbeit geleistet worden, jedoch beteilige sich die EU fast gar nicht an internationalen Diskussionen, warnte Bergkamp.

Der „Paradigmenwechsel“ hin zu einer größeren Anerkennung der Rolle, die die Wasserpolitik bei der Anpassung an den Klimawandel spiele, müsse mit einer stärker international ausgerichteten Vorgehensweise kombiniert werden, waren sich die Teilnehmer einig. Ein Vertreter der chinesischen Regierung forderte Europa auf, bei der Intensivierung der Zusammenarbeit zum Schutz der Wasservorkommen die Führung zu übernehmen.

Peter Gammeltoft, Abteilungsleiter für die Bereiche Wasser, Chemikalien und Kohäsion im Kommissionsdirektorat für Umwelt, bestätigte diese Ambition. Er sagte, Europa wolle dieselbe führende Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel übernehmen wie bei der Minderung der Auswirkungen des Klimawandels.

Gammeltoft sagte, die Kommission arbeite derzeit an Initiativen zur Verbesserung der Möglichkeiten der EU, sich an den Klimawandel anzupassen. Zur Diskussion stünden Themen wie die Minderung der Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit der Bürger und die Reduzierung der Belastung bei Wasserknappheit durch eine effizientere Bodennutzung, die auf kurze Sicht bedeutende Ergebnisse hervorbringen könnten. Insbesondere müssten die Europäer ihre Art und Weise, wie sie landwirtschaftliche Flächen nutzten, an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen, sagte er.

Der Klimawandel sei nicht der einzige Grund für die Wasserknappheit in Europa, betonte Gammeltoft und forderte Strategien, um Wasserverschwendung zu vermeiden. Anreize für Wassereinsparungen und die Förderung effizienter Preisgestaltung sowie für die Festlegung von Standards für den Bau von Gebäuden und die Verwendung von Haushaltsgeräten mit geringem Wasserverbrauch könnten zu bedeutenden Wassereinsparungen beitragen, meinte er. 

Es gehe darum, die Wasserfrage in vielen Politikbereichen anzusprechen, sagte er und betonte die Verbindung zwischen Wasser- und Energieeinsparungen sowie die große Zahl von Sektoren, die von der Wasserpolitik betroffen seien.

Die EU verfügt bereits über eine umfangreiche Gesetzgebung zur Wasserpolitik, die nach der Annahme der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) im Jahr 2000 in einer umfassenden Strategie zusammengefasst wurde. Während die WRRL die Wasserversorgung als „Dienstleistung von allgemeinem Interesse“ bezeichnet, erkennt sie den Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäreinrichtungen nicht als elementares Menschenrecht an. Das wurde aber von vielen Unternehmen, NGO und Institutionen, darunter das Generaldirektorat Umwelt der Kommission, gefordert. 

Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einem Weißbuch zur Anpassung an den Klimawandel, das ebenfalls das Problem der Wasserknappheit thematisieren wird.