Verpflichtungszusagen der Alkoholindustrie auf dem Prüfstand der EU [DE]
Die Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou sagte, sie sei von den Verpflichtungszusagen, welche die Stakeholder an das Forum "Alkohol und Gesundheit" gemacht haben, beeindruckt. Sie versprach aber, deren Durchführung genau zu verfolgen, da es eine Sache sei, Maßnahmen zu versprechen, eine andere jedoch, diese tatsächlich umzusetzen.
Die Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou sagte, sie sei von den Verpflichtungszusagen, welche die Stakeholder an das Forum „Alkohol und Gesundheit“ gemacht haben, beeindruckt. Sie versprach aber, deren Durchführung genau zu verfolgen, da es eine Sache sei, Maßnahmen zu versprechen, eine andere jedoch, diese tatsächlich umzusetzen.
In weniger als zehn Monaten hätten Stakeholder eine beeindruckende Anzahl an Zusicherungen gemacht. Dies allein sei ein Zeichen ihrer Bereitschaft, sich ihrer Verantwortung zu stellen, sagte Vassiliou dem Europäischen Forum „Alkohol und Gesundheit“ am 16. April 2008.
Das Forum wurde im Juni 2007 als Teil der Strategie der Kommission zur Verringerung alkoholbedingter Schäden in Europa ins Leben gerufen (siehe EURACTIV vom 25. Oktober 2006). Es ist eine Plattform, auf der alle Mitgliedstaaten und relevanten Stakeholder sich für freiwillige Maßnahmen engagieren können, um den Alkoholkonsum von Minderjährigen zu verringern und Informationen und Aufklärungsprogramme über die Auswirkungen von schädlichem Alkoholkonsum zur Verfügung zu stellen. Zudem sollen verantwortungsvolle Werbung und Verkauf unterstützt werden.
Die bislang geleisteten Zusagen kommen von den 46 größten Stakeholdern des Forums, welche die Alkoholindustrie, Werbeagenturen, Gesundheits-NGOs sowie Jugend- und Medizinverbände vertreten.
Maßnahmen zu versprechen, sei natürlich eine Sache, eine andere sei jedoch, diese tatsächlich umzusetzen, sagte Vassiliou und versicherte, sie würde die Durchführung „sehr genau“ verfolgen und 2009 über die Ergebnisse der Aktivitäten des Forums berichten. Vor allem erwarte sie, dass die Alkoholindustrie ihre Produkte auf verantwortliche Weise vermarkte und nicht sich direkt an junge Menschen oder Kinder richte, sagte sie.
Vassiliou erklärte, dass die Kommission zusätzlich zum Forum Alkohol und Gesundheit mit ihren Bemühungen voranschreite, durch Alkohol verursachte soziale Schäden zu bekämpfen. Dies solle durch die Ausarbeitung politischer Maßnahmen und die Koordination der nationalen Politiken der 27 EU-Mitgliedstaaten sowie durch die Integration von Gesundheit in andere Politikbereiche wie Verkehr, Bildung und Jugend, Landwirtschaft, Forschung oder Steuerwesen erreicht werden
Auf die Frage, ob die Kommission einen Gesetzesentwurf zur Verminderung alkoholbedingter sozialer Schäden vorbereite, sagte Vassiliou, es sei noch zu früh, um das zu bestätigen, da die Kommission dem Stakeholder-Forum die Möglichkeit geben wolle, zu zeigen, dass sie sich selbst regulieren könne. Dennoch, fügte sie hinzu, würde sie die Auswirkungen der ergriffenen Maßnahmen prüfen und danach entscheiden, wie man im Jahr 2009 fortgefahren werde.
Europäer konsumieren weltweit am meisten Alkohol (höchster Alkoholkonsum pro Kopf) und Alkohol ist in beinahe einem von zehn Fällen die Ursache von Krankheiten und vorzeitigen Tod in Europa. Insbesondere Menschen zwischen 15 und 29 sind gefährdet, da geschätzt wird, dass jeder vierte Todesfall bei jungen Männern der Altersgruppe von 15-29 Jahren und jeder zehnte bei Frauen dieser Altersgruppe auf schädlichen Alkoholkonsum zurückgeht.