Verkehrssicherheit: "Idiotentest" besser akzeptiert als vermutet

Alkohol und Drogen bedrohen die Verkehrssicherheit. Dass die Medizinisch-Psychologische Untersuchung das Verhalten problematischer Autofahrer ändert, glaubt die überwiegende Mehrzahl der Deutschen – trotz angeblich mangelnder Akzeptanz des "Idiotentests".

Euractiv.de
Mit Alkohol geht's schneller zur MPU. Foto: Gerd Altmann / pixelio.de
Mit Alkohol geht's schneller zur MPU. Foto: Gerd Altmann / pixelio.de

Alkohol und Drogen bedrohen die Verkehrssicherheit. Dass die Medizinisch-Psychologische Untersuchung das Verhalten problematischer Autofahrer ändert, glaubt die überwiegende Mehrzahl der Deutschen – trotz angeblich mangelnder Akzeptanz des „Idiotentests“.

Das ist der Kern der repräsentativen Umfrage „Einstellung zur MPU“, die im Auftrag des Verbandes der TÜV e. V. (VdTÜV) vom Umfragezentrum Bonn durchgeführt wurde. 83 Prozent der weiblichen und 75 Prozent der männlichen Befragten stimmen zu, dass die MPU sinnvoll sei, und mehr als 64 Prozent sind der Meinung, dass die Untersuchung tatsächlich helfe, das Verhalten von Fahrern zu ändern.

 

Die MPU, umgangssprachlich als „Idiotentest“ bezeichnet, dient zur Fahreignung und besteht aus zwei Teilen, einem medizinischen und einem psychologischen. Die Ergebnisse dieser Umfrage, die Thomas Krüger, Geschäftsführer des Umfragezentrums Bonn, in Berlin vorstellte, zeigen ein überraschendes positives Bild. Die Überraschung besteht im guten Ruf der MPU in der öffentlichen Meinung: „Damit ist die Behauptung widerlegt, die MPU leide unter mangelnder Akzeptanz und würde von einer Mehrheit in Frage gestellt“, betonte Gerhard Laub, Vorsitzender der VdTÜV-Kommission Fahreignung. Außerdem ist die Zustimmung sehr hoch, sowohl bei den Anlässen, aus denen die Fahrerlaubnis entzogen werden muss, als auch bei den Gründen der Anordnung der MPU.

Die große Mehrheit ist für den Entzug der Fahrerlaubnis bei Fahren unter Alkoholeinfluss (im Durchschnitt 94 Prozent) und bei Drogenkonsum (95 Prozent). Dazu hält sie die Anordnung der MPU in den folgenden Fällen als notwendig: hohe Alkoholmenge (mehr als 92 Prozent), Konsum von Drogen (rund 95 Prozent), Wiederholungsfälle (97 Prozent).

Zweite Chance für die Autofahrer

Laut der Studie äußern sich fast 90 Prozent der Befragten ganz klar über die Funktion einer Sperrfrist: Vor der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis müsse untersucht werden, ob die Sperrfrist das Verhalten und die Einstellung des Fahrers wirklich geändert habe. Genau dies sei die grundsätzliche Idee der MPU, wie Laub erklärte: „Die MPU hat keinen Strafcharakter, sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Die Betroffenen haben großes Interesse, ihre Probleme zu überwinken, und nachzudenken, was sie ändern müssen, um wieder mobil zu sein.“

In den anderen europäischen Ländern gebe andere Systeme, manche seien weniger zurückhaltend als in Deutschland. Deutschland legt nach den Worten von Laub großen Wert auf die Eigenverantwortung, daher sei die Eigenverantwortung zentrales Element in der MPU.