Verfassungsschutz wirft Russland neue Cyberangriffe vor

„Ziel der Hacker war es, militärische Informationen, Regierungsinformationen oder Informationen über kritische Infrastrukturen zu erlangen“, erklärte das BfV.

EURACTIV.com
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Zentrale des BfV in Köln. [Foto: Oliver Berg/picture alliance via Getty Images]

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) warf russischen Hackern am Dienstag vor, sich Zugang zu Internetroutern verschafft zu haben, um an sensible Informationen zu gelangen – die jüngsten Cyberangriffe im Land, die angeblich von Moskau gesteuert wurden.

Eine mit dem russischen Militärgeheimdienst in Verbindung stehende Gruppe namens APT28 oder Fancy Bear habe es auf „anfällige“ Router des Technologieunternehmens TP-Link in Deutschland und anderen Ländern abgesehen, hieß es. Ziel der Hacker sei es gewesen, „militärische Informationen, Regierungsinformationen oder Informationen über kritische Infrastrukturen zu erlangen“, so der BfV.

Die Gruppe steht im Verdacht, weltweit zahlreiche Cyberangriffe durchgeführt zu haben. In Deutschland wurde ihr zuvor vorgeworfen, die Flugsicherung ins Visier genommen und im Vorfeld der Bundestagswahl im vergangenen Jahr Desinformation verbreitet zu haben. Russland bestreitet, hinter solchen Aktionen zu stehen.

Mehrere tausend öffentlich zugängliche Router

Im jüngsten Fall nahmen die Hacker mehrere tausend öffentlich zugängliche Router des Herstellers TP-Link ins Visier, einem in China gegründeten Unternehmen, das mittlerweile weltweit tätig ist, so der BfV.

In Deutschland wurden laut der Behörde etwa 30 anfällige Geräte identifiziert; sie gab an, gemeinsam mit anderen Geheimdiensten, darunter dem FBI, eine Warnung herauszugeben. Der BfV hatte die Betreiber der mutmaßlich betroffenen Router in Deutschland alarmiert, und viele Geräte seien bereits ausgetauscht worden.

Deutschland, das seit Moskaus großangelegter Invasion im Jahr 2022 ein wichtiger Unterstützer der Ukraine ist, befindet sich in höchster Alarmbereitschaft wegen mutmaßlicher russischer Spionage, Drohnenüberwachung und Sabotageaktivitäten sowie wegen Cyberangriffen und Desinformationskampagnen.

(sma)