Vereinfachte Kfz?Zulassung im EU-Ausland geplant
Die Formalitäten für die Autozulassung innerhalb der EU sollen stark vereinfacht werden. Vorteile soll es laut dem Vorschlag der EU-Kommission geben, wenn man etwa in ein anderes EU-Land umzieht oder einen Gebrauchtwagen im EU?Ausland kauft.
Die Formalitäten für die Autozulassung innerhalb der EU sollen stark vereinfacht werden. Vorteile soll es laut dem Vorschlag der EU-Kommission geben, wenn man etwa in ein anderes EU-Land umzieht oder einen Gebrauchtwagen im EU?Ausland kauft.
Die EU-Kommission hat am Mittwoch (4. April) vorgeschlagen, den bürokratischen Aufwand bei Autozulassungen im EU-Ausland zu verringern. Die Kommisson verspricht Erleichterungen für alle, die einen Teil des Jahres in einem anderen EU?Land verbringen und bislang ihr Fahrzeug häufig erneut zulassen mussten.
Künftig soll der Grundsatz gelten, dass ein Wagen in dem EU-Land zugelassen werden sollte, in dem der Eigentümer lebt. Alle anderen Mitgliedstaaten dürfen von ihm dann nicht mehr verlangen, das Fahrzeug dort zuzulassen, auch wenn er sich längere Zeit dort aufhält.
Geplante Neuerungen
Die Kommission strebt mit ihrem Vorschlag folgende Neuerungen an:
– Wer einen Teil des Jahres in einem Ferienwohnsitz in einem anderen EU?Land verbringt, muss den Wagen nicht mehr erneut zulassen.
– Wer auf Dauer in ein anderes EU-Land zieht, hat dort für die erneute Zulassung des Fahrzeugs 6 Monate Zeit.
– Wer einen Gebrauchtwagen in einem anderen EU-Land kauft oder verkauft, ist nicht mehr mit zusätzlichen technischen Kontrollen und administrativen Problemen konfrontiert.
– Wer in einem anderen EU-Land arbeitet und den von seinem Arbeitgeber zugelassenen Wagen nutzt, muss ihn nicht mehr im eigenen Land zulassen.
– Mietwagenunternehmen können künftig Fahrzeuge in der Ferienzeit ohne erneute Zulassung in ein anderes EU-Land verlegen (und dieselben Fahrzeuge etwa im Sommer an der Küste und im Winter in den Alpen einsetzen).
– Für Unternehmen gilt derselbe Grundsatz: Pkws, Busse, Lieferwagen und Lkws sollten in dem EU-Land zugelassen werden, in dem sich der Hauptsitz befindet, und das muss von anderen EU-Ländern auch akzeptiert werden.
– Da die Zulassungsbehörden verstärkt kooperieren werden, können gestohlene Fahrzeuge leichter aufgespürt werden. Es soll künftig unmöglich sein, ein gestohlenes Fahrzeug in einem anderen EU-Land zuzulassen.
– Viele Kontrollen werden zur Gänze abgeschafft. Die Behörden erhalten die notwendigen technischen Informationen über den Wagen direkt von ihren Kollegen in dem Land, in dem er bereits zugelassen ist.
Der Vorschlag muss nun vom Europäischen Parlament und vom Rat erörtert und verabschiedet werden.
Reaktionen aus dem EU-Parlament
Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber begrüßte den Vorschlag der Kommission. "Die Vereinfachung des Zulassungsverfahrens ist dringend notwendig und wird den Bürgern z.B. bei einem Umzug ins EU-Ausland zugutekommen und sie vor lästigen und aufwendigen Bestimmungen bei der Autozulassung befreien. Besonders grenzüberschreitend tätige Pendler und Unternehmen werden von den neuen EU-weiten Regeln profitieren sowie Kosten und Zeit sparen", sagte Ferber.
Red.
Links
EU-Kommission: Erleichterte Kfz-Zulassungen im EU-Ausland geplant (4. April 2012)
EU-Kommission: Zusatzinformationen zum Kommissionsvorschlag (4. April 2012, englisch)
Zum Thema auf EURACTIV.de
Autos billiger: Übersicht zu Neuwagen-Preisen (28. Juli 2011)