Verbraucherverband: Mobilbetreiber mogeln bei Gebühren [DE]
BEUC, die europäische Verbraucherschutzorganisation warf den Mobilfunkbetreibern vor, sie könnten ohne weiteres die Roaming-Gebühren noch stärker senken, als es die Kommission verlange, jedoch seien sie damit beschäftigt geheime Absprachen zu treffen, um die Preise hoch zu halten.
BEUC, die europäische Verbraucherschutzorganisation warf den Mobilfunkbetreibern vor, sie könnten ohne weiteres die Roaming-Gebühren noch stärker senken, als es die Kommission verlange, jedoch seien sie damit beschäftigt geheime Absprachen zu treffen, um die Preise hoch zu halten.
Mobilfunkbetreiber würden „die Wahrheit verdrehen“, wenn sie behaupteten, dass sie die Preise für Gespräche ins Ausland gesenkt hätten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie über Roaming-Gebühren, die am 20. Februar 2007 vom Europäischen Verbraucherverband BEUC und der französischen Verbraucherorganisation UFC-Que Choisir vorgelegt wurde.
Die Mobilfunkunternehmen wehren sich gegen einen Gesetzesvorschlag der Kommission, der vorsieht, eine Obergrenze für Roaming-Gebühren einzuführen, und führen an, dass die Preise 2006 bereits um 25% gesunken seien, dank vieler Angebote und innovativer Gebührenregelungen.
Tom Phillips von GSM Europe, ein Verband, der große europäische Telekommunikationsunternehmen vertritt, betonte, dass diese Preissenkungen mit den Zielsetzungen der Kommission, die Preise für Roaming-Gespräche zu senken, übereinstimmten und somit der Beweis dafür seien, dass eine gesetzliche Regulierung unnötig sei, vor allem im Bereich des Retail-Geschäfts.
Die BEUC-Studie wirft den großen Mobilfunkbetreibern, unter anderem Vodafone, T-Mobile und Orange, vor, die Verbraucher mit ihren Angeboten, die meistens nicht die Preise für den Durchschnittsverbraucher senken würden, hinters Licht zu führen. Die Betreiber böten unterschiedliche Kombilösungen an, jedoch seien diese äußerst komplex, schwierig zu verstehen und hätten keine merkbaren Auswirkungen auf die Gebühren als solche. Sie dienten primär der Verneblung, so der Direktor von BEUC, Jim Murray.
Der Vorsitzende von UFC-Que Choisir, Alain Bazot, fügte hinzu, dass Mobilfunkbetreiber die Wahrheit verdrehten. Von Anfang an hätten sie europaweit geheime Absprachen getroffen.
Zahlen der Kommission zeigen, dass die durchschnittlichen Kosten für ein Gespräch im Ausland bei 1,15 Euro pro Minute liegen. Die Kommission möchte eine Obergrenze von 49 Cent festlegen mit dem Argument, dass die tatsächlichen Kosten für die Mobilfunkbetreiber für Roaming-Gespräche nur 10-12 Cent pro Minute betragen (EURACTIV 13. Juli 2006).
Murray betonte jedoch, die Kosten für die Betreiber würden fünf oder sechs Cent nicht übersteigen und könnten noch geringer sein. Keiner sollte mehr als 33 Cent pro Minute zahlen müssen. Die Studie der Verbraucherschützer kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass Preissenkungen in diesem Umfang die Nutzung der Telekommunikationsangebote fördern würden und die beste Antwort seien, um eine gut funktionierende europäische Telekommunikationsbranche zu sichern.