Van Rompuy war "nicht untätig"

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy verteidigt sich gegen den Vorwurf der Untätigkeit beim Rettungsplan für Griechenland. In einem Interview mit einer spanischen Zeitung fordert der belgische Politiker zudem harte Reformen.

Abwehr von Kritik: EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy mit EU-Außenbeauftragter Catherine Ashton (Foto: dpa)
Abwehr von Kritik: EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy mit EU-Außenbeauftragter Catherine Ashton (Foto: dpa)

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy verteidigt sich gegen den Vorwurf der Untätigkeit beim Rettungsplan für Griechenland. In einem Interview mit einer spanischen Zeitung fordert der belgische Politiker zudem harte Reformen.

Herman Van Rompuy ermahnt die Staaten der Europäischen Union, Lehren aus der Finanzkrise und der Schuldenmisere Griechenlands zu ziehen.

„Es ist unvermeidbar, dass wir in den nächsten Jahren unpopuläre Maßnahmen ergreifen“, sagte er der spanischen Zeitung „El País“. Das Interview wurde in der heutigen Freitagausgabe veröffentlicht.

Populismus als Gefahr

Mit Blick auf die notwendigen Reformen fordert Van Rompuy die Regierungen auf, mutig zu sein.

Nicht selten werde dies jedoch durch eine opportunistische Politik verhindert: „Die große Gefahr sind der herrschende Populismus und die fehlende Verpflichtung gegenüber Europa, die daraus resultiert.“

Ohne Wachstum nicht überlebensfähig

Dies mache es schwierig, die notwendigen Reformen anzugehen. Ohne ein stärkeres wirtschaftliches Wachstum sei das europäische Modell nicht überlebensfähig, warnt Van Rompuy. „Wenn Europa nicht wirtschaftlich stärker wird, kann es auch keine größere Rolle in der Welt spielen.“

Kritik an seiner Rolle beim Streit um den Rettungsplan für Griechenland wies der Belgier zurück. „Wir waren kreativ“, betonte er. „Wenn man mir vorwirft, untätig gewesen zu sein, dann weiß ich nicht, was es heißt, aktiv zu sein.“

(dpa)