USA: Syrien plant womöglich Giftgasanschlag
Das heutige Treffen der Präsidenten der Türkei, des Irans und Russland könnte Einfluss auf die geplante Offensive der syrischen Regierung auf die letzte Rebellenhochburg haben. Plant die Regierung einen Giftgasanschlag?
Im Vorfeld des Treffens von der Staatschefs von Iran, der Türkei und Russland warnen die USA davor, dass die syrische Regierung womöglich einen Giftgaseinsatz plant.
Der Sonderberater für Syrien im US-Außenministerium, Jim Jeffrey, sagte am Donnerstag in Washington, seine Regierung betrachte jede Offensive als “leichtsinnige Eskalation”. Er ergänzte: “Es gibt viele Beweise, dass chemische Waffen vorbereitet werden.” Die USA hatten am Dienstag die Regierung in Damaskus vor dem Einsatz von C-Waffen gewarnt. Dem schloss sich am Donnerstag Frankreich an. Syrien hat dagegen wiederholt erklärt, es verfüge nicht über derartige Waffen.
Nach sieben Jahren Bürgerkrieg ist Idlib und Umgebung die letzte größere Region, die noch von Aufständischen gehalten wird. Es wird mit einer Offensive der Regierung gerechnet. Heute (Freitag) kommen die Präsidenten Russlands, der Türkei und des Iran in Teheran zusammen, um über das weitere Vorgehen in Idlib zu beraten.
Der Gipfel dürfte über den Zeitpunkt und das Ausmaß einer Offensive der Truppen von Machthaber Baschar al-Assad auf die letzte Rebellenhochburg Syriens entscheiden. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan will einen Angriff verhindern, doch hat Russland bereits seine Unterstützung für die Offensive signalisiert.
In der von Dschihadisten und islamistischen Rebellengruppen kontrollierten Provinz im Nordwesten Syriens leben 2,9 Millionen Menschen, darunter 1,4 Millionen Vertriebene aus anderen Landesteilen. Im Fall einer Großoffensive drohen erbitterte Kämpfe, da es für die Rebellen keine Ausweichmöglichkeit in Syrien mehr gibt. Hilfsorganisationen befürchten eine humanitäre Katastrophe und die Vertreibung von 800.000 Menschen.