USA, Deutschland und Frankreich wollen Irak Schuldenerlass gewähren

Nach einer Vereinbarung zwischen den USA, Frankreich und Deutschland sollen dem Irak 80 Prozent seiner Schulden erlassen werden. Der Schritt scheint zu signalisieren, dass die Europäer zu einem pragmatischeren Umgang mit dem Thema Irak bereit sind. 

Nach einer Vereinbarung zwischen den USA, Frankreich und
Deutschland sollen dem Irak 80 Prozent seiner Schulden
erlassen werden. Der Schritt scheint zu signalisieren, dass
die Europäer zu einem pragmatischeren Umgang mit
dem Thema Irak bereit sind. 

80 % seiner Auslandsschulden sollen dem Irak nach
einer Vereinbarung vom 21.November zwischen Frankreich,
Deutschland und den USA im Rahmen des Pariser Clubs
erlassen werden. 

Die Einigung ist das erste Anzeichen dafür, dass
die Europäer seit der Wiederwahl von Bush mit einer
pragmatischeren Haltung an den Irakkonflikt herangehen.
Deutschland und Frankreich hatten sich für den
Erlass von 50 % der Schulden eingesetzt, während die
USA die Streichung von 90 % gefordert hatten. Der
Kompromiss sieht vor, dass dem Irak in drei Phasen 80 %
seiner Schulden erlassen werden: 30 % sofort, weitere 30
% im Jahr 2005 und die restlichen 20 % 2008. 

Der amerikanische Finanzminister John Snow lobte vor
allem seinen deutschen Amtskollegen Hans Eichel für
die erzielte Einigung: „Deutschland hat bei der
Frage der Schulden des Irak eine Führungsrolle
übernommen und dies wird anerkannt. Es ist eine gute
Vereinbarung für den Irak und sie zeigt, dass die
Weltgemeinschaft auf konstruktive Weise zusammenkommen
kann, um ein Problem anzugehen“. 

Sowohl Frankreich als auch Russland haben die
Vereinbarung, die voraussichtlich als Maßstab
für internationale Gläubiger dienen wird,
bestätigt. Der Irak schuldet den 19 Mitgliedern des
Pariser Clubs 95,7 Milliarden Euro, was einem Drittel
seiner Auslandsschulden entspricht. 

Die Vereinbarung wurde rechtzeitig vor der am
22.November beginnenden Irak-Konferenz in Sharm el-Sheikh
in Ägypten gefunden.