USA will in Energieinfrastruktur in Mittel- und Osteuropa investieren
Die Internationale Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft der USA kündigte ihre ersten Investitionen in mittel- und osteuropäische Energie- und Verkehrsinfrastrukturen an. Sie sind Teil einer umfassenderen Finanzierungszusage in Höhe von 280 Millionen Euro. Ziel ist es, dem russischen und chinesischen Einfluss entgegenzuwirken.
Die Internationale Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft der USA (DFC) kündigte ihre ersten Investitionen in mittel- und osteuropäische Energie- und Verkehrsinfrastrukturen an. Sie sind Teil einer umfassenderen Finanzierungszusage in Höhe von 280 Millionen Euro. Ziel ist es, dem russischen und chinesischen Einfluss in der Region entgegenzuwirken.
Der Investitionsfond der Drei-Meere-Initiative möchte Energie- und Verkehrsinfrastrukturprojekte unterstützen, die den ökologischen Übergang erleichtern sollen. Laut Pressemitteilung von Dienstag (16 Juli), sollen die Investitionen zur Energiesicherheit in Mittel- und Osteuropa beitragen. Damit stehen sie im Einklang mit den Zielen der nationalen Regierungen der Region und der USA.
„Wir arbeiten zusammen, um die Energiesicherheit und die wirtschaftliche Entwicklung in der Region zu fördern, die geopolitischen Beziehungen zu stärken und der russischen Aggression in Europa entgegenzuwirken“, sagte Scott Nathan, Geschäftsführer der DFC, in der Erklärung zur ersten Auszahlung.
Die Investitionen wurden über eine Finanzierungsvereinbarung mit dem Three Seas Initiative Investment Fund (3SIIF) getätigt. Dabei handelt es sich um einen kommerziell ausgerichteten Fond, der von öffentlichen Banken unterstützt wird. Er investiert in Verkehrs-, Energie- und digitale Infrastrukturen in den zwölf europäischen Ländern, die zwischen Ostsee, Adria und Schwarzem Meer liegen.
Der Investitionszeitraum des Fonds läuft bis Februar 2026. Die Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft hat weder angegeben, welche Projekte von diesem Fonds profitieren werden, noch wie viel investiert worden ist.
Der Investitionsfond hat bereits mehr als 800 Millionen Euro in neun mittel- und osteuropäischen Staaten bereitgestellt. Investiert wurde in Projekte wie Cargounit, den größten Anbieter von Lokomotiven im mittel- und osteuropäischen Raum. Außerdem wurde in den bulgarischen Hafen Burgas investiert, der sich zu einem wichtigen Knotenpunkt für den internationalen Handel in der Region entwickelt hat.
Im Energiesektor konzentrierten sich die Investitionen auf R.Power Renewables, ein Photovoltaik-Unternehmen. Zudem wurde in Enery investiert, einen Projektentwickler für erneuerbare Energien in Osteuropa.
Die 3-Meere-Initiative
Der Fond arbeitet parallel zur „Drei-Meeres-Initiative“ – einem politischen Forum der gleichen zwölf mittel- und osteuropäischen Staaten. Die 2016 ins Leben gerufene Initiative zielt darauf ab, die Vernetzung zwischen diesen Staaten zu fördern, ihre Energiesicherheit zu stärken und sie dabei zu unterstützen, gemeinsam auf Nachhaltigkeit hinzuarbeiten.
Als ehemalige kommunistische Staaten hoffen diese Länder, die Region an internationale Standards heranzuführen und die Unterschiede zu Westeuropa in allen Bereichen, insbesondere bei der Energiewende, zu reduzieren.
Amerikanische Investitionen
„Der Krieg in der Ukraine hat leider gezeigt, wie wichtig die Initiative ist“, erklärte Christian Roy, Leiter der Abteilung Mittel- und Osteuropa bei der Amber Infrastructure Group, dem Investmentberater und -manager von Three Seas Initiative Investment Fund, gegenüber Euractiv.
Die USA sind besonders an dieser Zusammenarbeit zwischen den Staaten in dieser Region interessiert. Das liegt an der geografischen Nähe zu Russland und an dessen Wunsch, sich wirtschaftlich dem Westen zuzuwenden.
Diese Unterstützung erstreckt sich über den Zeitraum verschiedener US-Regierungen. Der ehemalige Präsident Donald Trump nahm 2018 am Wirtschaftsforum der Drei-Meeres-Initiative in Warschau teil. Außenminister Antony J. Blinken brachte im Februar 2021 seine Unterstützung für diese Zusammenarbeit zum Ausdruck.
Chinesische Interessen
Die amerikanischen Investitionen in der Region sind auch durch das Interesse der chinesischen Regierung an diesem Teil Europas motiviert. Chinesische Investmentfonds haben bereits strategische Infrastrukturen erworben, wie den Hafen von Piräus in Athen in 2016.
Mit seiner Initiative „Neue Seidenstraßen“ trägt China dazu bei, den Bedarf der mittel- und osteuropäischen Staaten an Infrastrukturinvestitionen zu decken. Kritiker argumentieren jedoch, dass hinter diesem Engagement das Ziel steht, Einfluss in der Region zu gewinnen.
[Bearbeitet von Donagh Cagney/Zoran Radosavljevic]