US-Aluminiumzölle drücken Stimmung bei europäischen Bierexporteuren

In der Regel wird mit Bier schwingende Feste gefeiert – doch für europäische Exporteure hinterlassen Amerikas Aluminiumzölle einen bitteren Nachgeschmack.

EURACTIV.com
Hermosa Beach Ironman Celebrates July 4th With Sport and Alcohol
Die Vereinigten Staaten zählen nach wie vor zu den bedeutendsten Auslandsabsatzmärkten für europäische Brauereien – sowohl gemessen am Exportwert als auch am Volumen. [Jay L. Clendenin/Getty Images]

In der Regel wird mit Bier schwingende Feste gefeiert – doch für europäische Exporteure hinterlassen Amerikas Aluminiumzölle einen bitteren Nachgeschmack.

Auch wenn US-Präsident Donald Trump gestern eine 90-tägige Pause seiner globalen Zollerhöhungen verkündete, bleiben die Strafzölle von 25 Prozent auf Stahl und Aluminium weiterhin bestehen. Davon betroffen sind auch spezielle Aluminiumderivate wie Getränkedosen – und damit auch Dosenbier.

„Wenn Bier seit Jahrhunderten Teil unserer Kultur auf beiden Seiten des Atlantiks ist, ist es enttäuschend, dass es nun auf den Status eines ‚Aluminiumderivats‘ herabgestuft wird!“, erklärten die Brewers of Europe, die europäische Brauereien vertreten, in einer Mitteilung.

Zweitgrößter Exportmarkt

Die Vereinigten Staaten zählen nach wie vor zu den bedeutendsten Auslandsabsatzmärkten für europäische Brauereien – sowohl gemessen am Exportwert als auch am Volumen.

Im vergangenen Jahr beliefen sich die europäischen Bierexporte in die USA auf rund 1,1 Milliarden Euro (1,2 Milliarden US-Dollar). Angeführt wurde der Absatz von bekannten Marken wie Guinness und Heineken. Rund 20 Prozent der Lieferungen entfielen laut Branchenangaben auf Bier in Dosen.

Die Niederlande führen das Ranking der EU-Exporteure mit Abstand an: Laut Eurostat verschiffte das Land Bier im Wert von 642 Millionen Euro in die USA – mehr als die Hälfte des gesamten niederländischen Bierexports von 1,2 Milliarden Euro. Es folgen Irland mit 46,5 Millionen Euro (20,3 Prozent der außereuropäischen Exporte), Belgien mit 46,7 Millionen Euro (16,9 Prozent) sowie Deutschland mit 67,8 Millionen Euro (12,5 Prozent).

Trumps Zollpolitik sorgt unter europäischen Brauereien jedoch für Verwirrung. „Wir wissen bisher nicht, ob die 25 Prozent nur auf Dosenbier angewendet werden, andere Verpackungen mit 20 Prozent belegt sind oder ob die 25 Prozent generell für alle Bierverpackungen gelten“, erklärte Krishan Maudgal, Direktor der belgischen Brasseurs Belges, der Zeitung L’Echo.

Am 4. April veröffentlichte das US-Handelsministerium im Federal Register ein entsprechendes Update – als Teil der Ausweitung zuvor angekündigter Aufschläge auf Aluminiumprodukte.

* Sofia Sanchez Manzanaro hat zur Berichterstattung beigetragen