Unternehmen kassieren beim Energiesparen [DE]

Unternehmen blicken auf ein neues Klimaabkommen in Kopenhagen, das gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Industrie gewährleistet. In der Zwischenzeit sind sie zur weiteren Verbesserung ihrer Energieeffizienz und Investitionen in klimafreundliche Technologien verpflichtet.

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Unternehmen blicken auf ein neues Klimaabkommen in Kopenhagen, das gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Industrie gewährleistet. In der Zwischenzeit sind sie zur weiteren Verbesserung ihrer Energieeffizienz und Investitionen in klimafreundliche Technologien verpflichtet.

Unternehmen seien selbst ohne Vorschriften oder externe Finanzhilfen bereits dabei, ihre Emissionen zu reduzieren, indem sie Energie effizienter nutzten, hieß es bei einer Konferenz von BusinessEurope letzte Woche (28. Oktober).

Viele Unternehmen wiesen darauf hin, dass Energiesparen als Geschäftsstrategie Sinn mache und dass sich solche Investitionen innerhalb einiger Jahre bereits auszahlten.

Gleichzeitig setzt die Geschäftswelt beim unausweichlichen Übergang zur kohlenstoffarmen Wirtschaft auf innovative Technologien. So entwickle Whirlpool zum Beispiel Geräte für intelligente Stromnetzwerke (sogenannte ‚Smart Grids’), während Dow aktiv daran arbeite, neue Technologien im Bereich der Alternativenergien – biegbare Solarzellen etwa – weithin verfügbar zu machen, so Firmenvertreter.

Energieeffizienz wurde als der eine Bereich identifiziert, in dem sich Investitionen oft selbst finanzieren. Aber wo Märkte nicht liefern können, ist intelligente Regulierung nötig, um die richtigen Anreize zu schaffen.

Energiestandards seien zum Beispiel besonders relevant um energieeffiziente Produkte zu fördern, sagte Henk de Bruin, Geschäftsbereichleiter für Nachhaltigkeit bei Philips. Er wies darauf hin, dass die Effizienzeinstufungen nun eine unterbewusste Rolle bei den Kaufentscheidungen vieler Konsumenten spielten.

Aber kleine Firmen seien oft besorgt, dass eine Behandlung dieser Angelegenheiten auf EU-Ebene Sachen unnötig verkompliziere, so Maude Olofsson, schwedische Ministerin für Unternehmen und Energie. Zum Beispiel laufe die derzeitige Überprüfung der Richtlinie über Energieleistungsstandards für Gebäude Gefahr, zu viele bürokratische Vorgaben zu produzieren, warnte sie.

„Ich will diese Regeln und Vorschriften, aber ich sehe auch die Gefahr, dass wir dies zu kompliziert für kleine Unternehmen machen”, sagte sie.

Wenn die Märkte etwas von der Verantwortung für Energieeinsparungen und der Entwicklung von kohlenstoffarmen Technologien tragen würden, würden Politiker nicht so detaillierte Vorgaben machen müssen, argumentierte Olofsson.

„Ich halte es für wichtig, dass Politiker und Unternehmen am selben Tisch sitzen und über diese Sachen reden”, sagte sie.

Weltweite Einigung soll Verluste an Wettbewerbsfähigkeit abmildern

Unternehmen sowohl in Europa als auch in den USA richten ihr Augenmerk auf den Abschluss eines weltweiten Klimaabkommens bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember, um sicherzustellen, dass ihre Bemühungen zur Reduzierung von Emissionen ihren asiatischen Konkurrenten keinen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Die Umsetzung eines neuen Abkommens wird von der Industrie verlangen, massive Finanzmittel in neue Technologien zu investieren. Nach Ansicht der Internationalen Energieagentur werden die meisten Technologien zur Reduzierung vom industriellen CO2-Ausstoß zwischen 34 und 68 Euro pro Tonne CO2 kosten, einige sogar bis zu 135 Euro.

„Dies verdeutlicht die Größe der Herausforderung, vor der die Industrie steht”, sagte Jürgen Thumann, Vorsitzender von BusinessEurope.

BusinessEurope drängt die EU sicherzustellen, dass jegliche Vereinbarung in Kopenhagen alle Industrieländer zu gleich hohen Reduktionszielen verpflichtet und für Entwicklungsländer bis 2020 entweder bindende Ziele oder Grundsätze festsetzt. Die Festlegung von weltweit ähnlichen Bedingungen für Firmen, die international gehandelte Güter produzieren, wird ihrer Ansicht nach bei der Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen helfen.

Grenzzölle, die von Frankreich und Deutschland als Versuchsballon lanciert wurden und im Entwurf der Klimagesetzgebung in den USA festgeschrieben wurden (EURACTIV vom 14. September 2009), stießen bei den Unternehmensvertretern, die Handelskriege über Umweltfragen um jeden Preis vermeiden wollen, jedoch auf wenig Zustimmung.

Statt eine zusätzliche Steuer auf Produkte zu erheben, die aus Ländern stammen, in denen CO2-Preise keine Rolle spielen, würden viele Branchen eine Entfernung von Zöllen auf Gütern aus sauberer Energie vorziehen, um die Nachfrage zu stärken.

Vertreter von amerikanischen Firmen, die in Europa tätig sind, drückten ihre klare Unterstützung für die EU-Ablehnung von Grenzzöllen aus, wie auf einer Debatte von AmCham EU letzte Woche deutlich wurde.

„Wir sollten stattdessen Märkte für kohlenstoffarme Güter, Technologien und Dienstleistungen erschließen”, sagte Richard Folland, Klimawandel- und Energieberater bei JP Morgan und Vorsitzender der Klimagruppe von AmCham EU.