Ungeimpften könnte in Deutschland das Arbeitslosengeld gestrichen werden

Die mögliche Einführung einer Corona-Impfpflicht in Deutschland könnte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. So könnten ungeimpfte Personen ihren Anspruch auf Arbeitslosenhilfe verlieren und Arbeitgeber Bewerber:innen aufgrund ihres Impfstatus zurückweisen.

Euractiv.de
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Sollte die Bundesregierung eine Impfpflicht einführen, würde die Bundesanstalt für Arbeit auch "prüfen, ob eine fehlende Impfung zu einer Sperrzeit" beim Arbeitslosengeld führt. [EPA-EFE/CONSTANTIN ZINN]

Die mögliche Einführung einer Corona-Impfpflicht in Deutschland könnte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. So könnten ungeimpfte Personen ihren Anspruch auf Arbeitslosenhilfe verlieren und Arbeitgeber Bewerber:innen aufgrund ihres Impfstatus zurückweisen.

„Erst wenn es eine allgemeine Impfpflicht gibt und Verstöße auch mit Rechtsfolgen verbunden sind, können Arbeitgeber einen Bewerber ablehnen, weil er nicht geimpft oder genesen ist“, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, der Funke Mediengruppe.

Sollte die Bundesregierung eine Impfpflicht einführen, würde die Bundesanstalt für Arbeit auch „prüfen, ob eine fehlende Impfung zu einer Sperrzeit“ beim Arbeitslosengeld führt.

Derzeit wird in Berlin über die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht diskutiert. Am Mittwoch debattierte der Bundestag zum ersten Mal über die Corona-Impfpflicht, eine Abstimmung über das umstrittene Thema ist für den kommenden März geplant.

Die Sozialdemokrat:innen machen sich für die Einführung der Impfpflicht stark. Gesundheitsminister Karl Lauterbach hält dies für den einzigen Weg, die Pandemie zu beenden. „Wir müssen jetzt handeln“, betonte er in der Parlamentsdebatte.

Die Bundesregierung prüft derzeit die möglichen Auswirkungen von Pflichtimpfungen auf den Arbeitsmarkt. Ziel sei es, „dass die Impfpflicht wirkt und die Unternehmen wieder ohne Personalausfall arbeiten können“, sagte die SPD-Gesundheitssprecherin Heike Baehrens der Stuttgarter Nachrichten.