Ungarns Außenminister: Energieversorgung ist zu ideologisch geworden
Ungarn kritisiert den Einfluss von Klimapolitik auf die Energieversorgung. Ungarns Gasversorgungsstrategie werde derzeit durch den daraus resultierenden Mangel an europäischer Pipeline-Infrastruktur beeinflusst, beschwerte sich Außenminister Peter Szijjarto am Mittwoch.
Ungarn kritisiert den Einfluss von Klimapolitik auf die Energieversorgung. Ungarns Gasversorgungsstrategie werde derzeit durch den daraus resultierenden Mangel an europäischer Pipeline-Infrastruktur beeinflusst, beschwerte sich Außenminister Peter Szijjarto am Mittwoch.
Da zu wenige Pipelines existierten, würde die Gasbeschaffung seines Landes begrenzt, beklagte er auf der diesjährigen Internationalen Gaskonferenz in Rumänien.
„Man kann Gas nicht in einem Rucksack transportieren“, so Szijjarto.
Einer der Gründe für die Herausforderungen, vor denen Europa bei der Energieversorgung stehe, liege darin, dass das Thema ideologisch geworden sei, sagte Szijjarto. Trotz des Drucks, seine Gasquellen zu diversifizieren, sehe sich Ungarn mit Hindernissen aus Brüssel und einigen Mitgliedstaaten konfrontiert, die nicht bereit seien, die Kapazität des Transportnetzes in der Region zu erhöhen.
Ungarn würde gerne größere Mengen Erdgas aus nicht-russischen Quellen wie der Türkei, Aserbaidschan oder Katar importieren, doch ist dies aufgrund der begrenzten Transportkapazität in Südosteuropa nicht möglich.
„Brüssel lehnt den Ausbau von Gaspipelines in der Region mit der Begründung ab, dass Erdgas in Zukunft überflüssig werden wird. Dem stimmen wir nicht zu. Die Weigerung der Kommission, neue Gaspipelines zu finanzieren, berührt sowohl die Interessen Ungarns als auch Rumäniens“, fügte er hinzu.
Der rumänische Energieminister Sebastian Burduja pflichtete Szijjarto bei.
„In der Tat müssen wir die Politik aus der Energiepolitik heraushalten, aber wir können die Geopolitik nicht ausklammern“, sagte Burduja. Er fügte hinzu, dass die Osteuropäer in den Verhandlungen mit Brüssel „durchsetzungsfähiger“ sein müssten.
Burduja betonte jedoch, dass der Einmarsch Russlands in die Ukraine die Voraussetzungen dafür geschaffen habe, die Abhängigkeit der EU von russischem Gas zu beenden.
Ion Sterian, Generaldirektor von Transgaz, dem staatlichen Betreiber des nationalen Erdgastransportsystems in Rumänien, kritisierte ebenfalls die Europäische Kommission für die Ablehnung von Mitteln aus dem EU-Modernisierungsfonds für rumänische Pipelinebauprojekte.
Er stellte diese Entscheidung insbesondere im Hinblick auf die für künftige Wasserstoffgasanlagen erforderliche Infrastruktur in Frage.
Szijjarto betonte, dass die südost- und mitteleuropäischen Länder zusammenarbeiten müssen, um regionale Engpässe zu beseitigen und die Kapazitäten von Verbindungsleitungen und Gaspipelines zu erhöhen.
In diesem Zusammenhang kritisierte er, dass Bulgarien eine Steuer auf russisches Gas erhebt, da dies die Sicherheit der Gasversorgung Ungarns und Serbiens gefährden könnte.