UN warnt vor Ausbreitung der Vogelgrippe in ganz Europa [DE]

Die Europäische Kommission ist in erhöhter Bereitschaft, nachdem in England fast 160.000 Vögel getötet werden mussten, um die Ausbreitung der tödlichen Vogelgrippe zu verhindern.

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Die Europäische Kommission ist in erhöhter Bereitschaft, nachdem in England fast 160.000 Vögel getötet werden mussten, um die Ausbreitung der tödlichen Vogelgrippe zu verhindern.

Der Ausbruch der Vogelgrippe wurde Freitagabend (2. Februar 2007) bekannt, nachdem 2.500 Puten auf einer Farm rund 200 km von London entfernt verendet waren.

UN-Vertreter warnten, dass sich Europa auf weitere Ausbrüche vorbereiten müsse. Der UN-Koordinator für Vogelgrippe und Influenza beim Menschen, Dr. David Nabarro, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, er gehe davon aus, dass in den nächsten zwei Monaten noch weitere Fälle auftreten würden. 

Seit Beginn des letzten Jahres hatten 13 EU-Mitgliedstaaten mit der Krankheit zu kämpfen. 

Die europäische Gesetzgebung verlangt im Falle des Ausbruchs des Virus strenge Kontrollen der Bewegung von Geflügel und die Einrichtung von Schutzzonen rund um den infizierten Bestand. 

Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lobten die britischen Behörden dafür, dass sie die aktuellen europäischen Leitlinien befolgt hätten. Nach Ansicht der WHO habe Großbritannien auf den Ausbruch in geeigneter Weise reagiert, so wie es die Europäische Kommission verlangt habe. Unter diesen Umständen, so ein Vertreter, wäre es unglücklich, wenn weiterer Höfe in der Nachbarschaft infiziert würden. 

Die Vertreter der WHO bestätigten zudem, dass der H5N1-Virus zwar in erster Linie Vögel befallen würde, sich aber auch Menschen mit dem Virus infizieren könnten. Von den weltweit 271 bestätigten Fällen, bei denen Menschen mit H5N1 angesteckt wurden, sind seit 2003 165 Fälle tödlich verlaufen.

Die Kommission wird am Montag die Einrichtung einer Schutzzone um die betroffene Geflügelfarm offiziell bestätigen. Am Dienstag wird der Ständige Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit, der aus Veterinärexperten besteht, über die weiteren Schritte beraten. 

Eine Sprecherin der Kommission sagte gegenüber der Financial Times, dass sie nicht von der Einführung von Handelsbeschränkungen ausgehe. Im letzten Jahr sei der Virus 14 Mal in verschiedenen Mitgliedstaaten aufgetreten, ohne dass Handelsbeschränkungen gefordert worden seien. Die Handelspartner hätten Vertrauen in die von der EU ergriffenen Maßnahmen, so die Sprecherin.