UN: Globale Erwärmung ist auf den Menschen zurückzuführen - aktualisiert [DE]

Der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimafragen (IPCC) wird einen Bericht vorlegen, in dem das menschliche Verhalten als "sehr wahrscheinliche" Ursache des Klimawandels genannt wird. In dem Bericht werden die Politiker weltweit zudem gewarnt, dass dringend Maßnahmen zur Beschränkung des Treibhausgasausstoßes eingeleitet werden müssen.

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Der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimafragen (IPCC) wird einen Bericht vorlegen, in dem das menschliche Verhalten als „sehr wahrscheinliche“ Ursache des Klimawandels genannt wird. In dem Bericht werden die Politiker weltweit zudem gewarnt, dass dringend Maßnahmen zur Beschränkung des Treibhausgasausstoßes eingeleitet werden müssen.

Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen seit Mitte des 20. Jahrhunderts sei laut einer inoffiziellen Französischübersetzung des Berichts, die am 2. Februar 2007 um 8.00 Uhr zentraleuropäischer Zeit zirkulierte, größtenteils sehr wahrscheinlich auf den nachgewiesenen Anstieg der durch den Menschen verursachten Treibhausgaskonzentration zurückzuführen.

Die Aussage, die im Laufe des 2. Februars 2007 noch mit der englischen Version des Berichts abgeglichen werden muss, geht über die Schlussfolgerungen des IPCC aus dem Jahr 2001 hinaus, als die Verantwortlichkeit des Menschen noch als „möglich“ oder als zu 66% wahrscheinlich eingestuft wurde. Die neue Formulierung „sehr wahrscheinlich“ weißt im UN-Jargon auf eine Wahrscheinlichkeit von über 90% hin.

Der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimafragen (IPCC), der 2.500 Wissenschaftler aus über 130 Ländern vereint, tagt diese Woche hinter geschlossenen Türen in Paris. 

Der Ausschuss hat sich zum ersten Mal seit 2001 dazu entschlossen, einen Konsens über die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels in einem 25-seitigen von den Experten Wort für Wort festgelegten Abschlussbericht auszuarbeiten: Climate Change 2007: The Physical Science Basis.

Der weltweite Anstieg der CO2-Konzentration ist nach Aussage des Berichts auf die Nutzung fossiler Brennstoffe und die veränderte Bodennutzung zurückzuführen. Die Konzentration von Methan and Salpeteroxid resultiere vor allem aus der Landwirtschaft. Der Bericht kommt auch zu dem Schluss, dass weitere Erderwärmung im Laufe des 21. Jahrhunderts „sehr wahrscheinlich“ ist und auch Änderungen des globalen Klimasystems zum Ergebnis haben würden. 

Weitere Schlussfolgerungen sind:

  • Ein Anstieg der weltweiten Temperaturen um 1,8 bis 4° Celsius im 21. Jahrhundert (im Vergleich zu 0,7° Celsius im letzten Jahrhundert);
  • Die Bestätigung, dass die globale Erwärmung zu stärkeren Orkanen, wie im Jahr 2005 Katrina, geführt hat, was auf den Anstieg der Oberflächentemperaturen der Meere zurückzuführen ist;
  • Die „wahrscheinliche“ Einschätzung, dass eine Schmelze des Polareises vor 125.000 Jahren zu einem Anstieg des Meeresspiegels um 4 bis 6 Meter bei Temperaturen, die um 3 bis 5° Celsius höher als heute lagen, geführt hat. 

Der vollständige Bericht des IPCC wird im Laufe des Jahres veröffentlicht werden. In drei weiteren Kapiteln werden die möglichen Auswirkungen des Klimawandels, Möglichkeiten der Anpassung an diese Auswirkungen und Optionen zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes untersucht. 

In einem Interview sagte der britische Umweltminister David Miliband, die Wissenschaft habe nun in den Bereichen Klimawandel und globale Erwärmung eindeutige Antworten geliefert. Auf der Erde werde es wärmer und das Wetter werde unbeständiger, was auf die industrielle Revolution zurückzuführen sei, die in Großbritannien im Laufe des 19. Jahrhunderts ihren Lauf genommen habe, so Miliband. 

Als Antwort auf diese Herausforderung hat die Kommission die EU-Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, eine zweite „post-industrielle Revolution“ einzuläuten, die bis 2050 in eine kohlenstoffarme Wirtschaft resultieren soll.

In ihrem bislang weitreichendsten Vorschlag sagte die Kommission, die Mitgliedstaaten sollten auf eine Reduzierung der Treibhausgase um 20% bis 2020 hinarbeiten, ein Ziel, das auf 30% angehoben werden würde, wenn andere Industrienationen den Bestrebungen der EU folgen würden (siehe EURACTIV vom 11.01. 2007).