Umfrage: Spaniens Linke könnte trotz Sieg der Konservativen regieren
Spaniens Sozialdemokraten unter Führung von Premier Pedro Sanchez könnte laut einer Umfrage künftig an der Seite der neuen progressiven Plattform Sumar regieren, obwohl die konservative Partido Popular (PP/EVP) die bevorstehenden Parlamentswahlen gewinnen dürfte.
Spaniens Sozialdemokraten unter Führung von Premier Pedro Sanchez könnte laut einer Umfrage künftig an der Seite der neuen progressiven Plattform Sumar regieren, obwohl die konservative Partido Popular (PP/EVP) die bevorstehenden Parlamentswahlen gewinnen dürfte.
Der Studie zufolge, die das staatliche Institut CIS am Mittwoch veröffentlichte, würde die PP das Rennen mit 31,4 Prozent gewinnen und 122 bis 140 der 350 Sitze im spanischen Parlament erringen. Sie würde zwar den ersten Platz belegen, hätte aber Schwierigkeiten, eine mehrheitsfähige Koalition zu bilden, da die rechtsextreme Partei VOX (EKR) fast die Hälfte ihrer Sitze verlieren würde.
Sanchez‘ PSOE (S&D) käme mit 31,2 Prozent auf den zweiten Platz, was der Partei zwischen 115 und 135 Sitze einbrächte. Um in der Regierung zu bleiben, müsste Sánchez laut der Prognose mit Sumar koalieren.
Die Umfrage fügt hinzu, dass Sumar, ein Zusammenschluss von 15 linken Parteien, 16,4 Prozent der Stimmen erhalten wird – ein Ergebnis, das der Plattform zwischen 43 und 50 Sitze bescheren und sie zur dritten politischen Kraft des Landes machen dürfte.
Selbst wenn PP und VOX die besten Ergebnisse erzielen sollten, würden ihnen immer noch sieben Sitze fehlen, um eine absolute Mehrheit von 176 Sitzen zu erreichen.
Die Umfrage sagt auch einen schweren politischen Schlag für VOX voraus. Den Prognosen zufolge würde sie 10,6 Prozent der Stimmen und nur zwischen 21 und 29 Sitze im Parlament erhalten – weit entfernt von den 52 Sitzen, die sie 2019 errungen hat.
Die Umfrage basiert auf 29.201 Interviews und wurde zwischen dem 8. und 27. Juni durchgeführt, inmitten harter Verhandlungen auf regionaler und kommunaler Ebene zwischen PP und VOX.
Obwohl die Umfrage dem linken Lager neue Hoffnung gegeben hat, nachdem fast alle früheren Umfragen einen Erdrutschsieg der PP vorausgesagt hatten, ist die Mehrheitsbildung nach der Wahl weiter offen.
Sollten PSOE und Sumar mit 18 Sitzen die absolute Mehrheit verfehlen, wäre die sozialistische Partei auf die Unterstützung mehrerer separatistischer politischer Formationen angewiesen, darunter die Republikanische Linke Kataloniens (ERC) und die baskische EH-Bildu und PNV.
Politische Analysten verweisen derweil auf die große Zahl an unentschlossenen Wählern (35,1 Prozent), angesichts derer 18 Tage vor der Wahl noch alles offen sei.