Umfrage: Kroaten blicken pessimistisch in die Zukunft [DE]
Trotz der Aussicht auf einen EU-Beitritt im Jahr 2009 ist die große Mehrheit der Kroaten laut einer landesweiten Umfrage der Zukunft ihres Landes gegenüber pessimistisch eingestellt.
Trotz der Aussicht auf einen EU-Beitritt im Jahr 2009 ist die große Mehrheit der Kroaten laut einer landesweiten Umfrage der Zukunft ihres Landes gegenüber pessimistisch eingestellt.
Wirtschaftliche und soziale Probleme führen dazu, dass, obwohl ein EU-Beitritt – vielleicht bereits im Jahr 2009 – schon so nah ist, das Leben in dem Land, das bis zu seiner Unabhängigkeitserklärung 1991 zu Jugoslawien gehörte, weiterhin schwer ist.
Die Umfrage mit dem Titel „Quality of life in Croatia: Key findings from national research” (deutsch: Lebensqualität in Kroatien: Schlüsselerkenntnisse aus nationaler Forschung) kommt zu dem Ergebnis, dass die Bürger des Kandidatenlandes unzufrieden mit dem geringen Einkommensniveau sind, sowie mit regionalen Unterschieden bei der wirtschaftlichen Entwicklung, hohen Langzeitarbeitslosenraten und der Qualität der öffentlichen Dienste. Nur ein Viertel ist optimistisch und erwartet, dass sich die Situation bald bessern wird.
Dementgegen beschreibt sich die Mehrheit der Kroaten selbst als glücklich mit Familienleben, persönlichen Beziehungen, Gesundheit, der Umwelt und der nationalen Sicherheit, obwohl die Notwendigkeit, den Lebensstandard zu heben, eine wichtige Sorge bleibt.
Diese wirtschaftlichen und sozialen Probleme stellen eine Herausforderung für Politiker dar. Der Bericht stellt fest, dass das Dringlichste der Lebensstandard sei, da das Einkommen eines durchschnittlichen Haushalts monatlich bei etwa 300 Euro liegt. Die Anhebung des BIP, das momentan weniger als die Hälfte des EU-Durchschnitts beträgt, und eine Öffnung des Bildungssystems – 40% der Bevölkerung sind niemals über die Grundschule hinausgekommen – solle auch als Prioritäten behandelt werden.
Gleichzeitig zeigt der Bericht von Eurofound, dass das Niveau an Vertrauen und sozialem Zusammenhalt gering sei: Ein Drittel der Kroaten glaube, dass Vorsicht beim Umgang mit anderen Menschen notwendig sei, 35% finden, dass es Spannungen zwischen ethnischen Gruppen gebe und 62% äußern Sorgen über die Spannungen zwischen Reich und Arm.
Der Bericht fordert konkrete Politiken zur Verbesserung der Lebensqualität, so wie die Bereitstellung von bezahlbaren Wohnverhältnissen, von Anreizen für junge Leute, um länger eine Schule zu besuchen, sowie einer bezahlbaren Kinderbetreuung, um mehr Frauen zur Berufstätigkeit zu ermutigen.
Zusammen mit erneuerten Bemühungen, der EU so bald wie möglich beizutreten, sollten solche Reformen die Grundlage für eine weitere Verbesserung der Lebensqualität in Kroatien bieten.