Ukraine will finnische Panzer bauen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat beim Besuch des neuen finnischen Ministerpräsidenten Peter Orpo am Mittwoch in Kyjiw den Bau von finnischen Panzern in der Ukraine angedeutet.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat beim Besuch des neuen finnischen Ministerpräsidenten Peter Orpo am Mittwoch in Kyjiw den Bau von finnischen Panzern in der Ukraine angedeutet.
Der konservative Ministerpräsident hatte der Ukraine am Mittwoch einen unangekündigten Überraschungsbesuch abgestattet, bei welchem er mit Selenskyj zusammentraf. Die beiden sprachen über eine verstärkte Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie, obwohl noch keine konkreten Pläne bekannt gegeben wurden.
„Wir haben mit Selenskyj über die Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie gesprochen […] Wir verfügen über Spitzentechnologie, und die Ukrainer haben viel Erfahrung, so dass es wirklich nützlich und eine gute Idee ist“, sagte Orpo.
Am Wochenende hatten bereits Schweden und die Ukraine bekannt gegeben, dass sie eine Vereinbarung über die Produktion und Wartung von schwedischen Kampfpanzern des Typs CV-90 in der Ukraine unterzeichnet haben.
Auf der Pressekonferenz erwähnte der ukrainische Präsident nun auch das starke Interesse der Ukraine an der Herstellung finnischer gepanzerter Fahrzeuge in der Ukraine. Trotz positiver Signale mahnte Orpo jedoch auch, dass noch viel zu tun sei, bis eine ähnliche Zusammenarbeit zustande kommen könne.
Das Thema wird wahrscheinlich auf dem großen Treffen der Verteidigungsindustrien verschiedener Länder im Herbst in der Ukraine diskutiert werden. Einige finnische gepanzerte Transportfahrzeuge, so genannte Pases, werden derzeit in der Ukraine eingesetzt.
Orpo erinnerte auf der Pressekonferenz auch daran, dass Finnland seit Beginn des Krieges im Januar 2022 17 Hilfspakete in die Ukraine geschickt hat. Das 18. Paket werde sehr bald geliefert werden, sagte er.
„Darin ist Material enthalten, das wirklich gebraucht wird: Schwere Waffen und Munition“, kommentierte Orpo.
Es ist der dritte offizielle Besuch eines finnischen Ministerpräsidenten seit Ausbruch des Krieges. Die frühere sozialdemokratische Ministerpräsidentin Sanna Marin besuchte die Ukraine bereits zweimal während ihrer Amtszeit.
Im Zusammenhang mit Marins Besuchen in der Ukraine war viel darüber gesprochen worden, ob Finnland der Ukraine seine ausgemusterten F-18 Hornet-Kampfjets zur Verfügung stellen könnte.
Das Thema kam auch auf der Pressekonferenz am Mittwoch zur Sprache.
„Wenn Finnland seine F18-Kampfflugzeuge nicht braucht, nehmen wir sie gerne entgegen“, scherzte Selenskyj, fügte dann aber hinzu, dass die F-16-Kampfflugzeuge für die Ukraine jetzt Priorität hätten.
Der finnische Präsident Sauli Niinistö sagte während seiner Rede zum Botschaftertag am Mittwoch, dass es nicht im Interesse der Ukraine sei, viele verschiedene Flugzeugtypen einzusetzen. Laut Niinistö ist die Hornet-Frage somit abgeschlossen.