Ukraine-Krieg: Hälfte der Spanier wollen Frieden auf Kosten von Landverlusten
Fünfzig Prozent der befragten Spanier:innen sind der Meinung, dass der Krieg in der Ukraine so schnell wie möglich beendet werden sollte, auch wenn dies bedeutet, dass die Ukrainer einige Gebiete an Russland opfern und Moskau Zugeständnisse machen müssten, wie eine neue paneuropäische Umfrage zeigt.
Fünfzig Prozent der befragten Spanier:innen sind der Meinung, dass der Krieg in der Ukraine so schnell wie möglich beendet werden sollte. Auch wenn dafür ukrainische Gebiete geopfert werden müssen, so eine Umfrage.
Die Studie wurde vom europäischen Meinungsforschungsnetzwerk Euroskopia in neun EU-Ländern (Portugal, Österreich, den Niederlanden, Polen, Spanien, Frankreich, Deutschland, Italien und Griechenland) durchgeführt, berichtet EURACTIVs Partner EFE.
In Spanien wurde die Studie Ende Dezember von Sigma Dos auf der Grundlage von Interviews mit 1.000 Personen durchgeführt.
Die Studie ergab, dass die Wähler:innen der linken Regierungsparteien am meisten für ein baldiges Ende des Konflikts sind, selbst wenn dies territoriale Zugeständnisse der Ukraine an Moskau bedeutet.
Sowohl 61 Prozent der Wähler:innen des linken Flügels von Unidas-Podemos (GUE/NGL) als auch 55 Prozent der Wähler:innen der Mitte-Links-Partei PSOE (S&D) stellen den Frieden über einen vollständigen Sieg der Ukraine mithilfe der westlichen Verbündeten.
Etwa 46 Prozent der Wähler:innen der Mitte-Rechts-Partei Partido Popular PP (EVP) stimmen dem zu, ebenso wie 45 Prozent der Wähler:innen der rechtsextremen Partei Vox (ECR) und 44 Prozent der Wähler:innen der liberalen Partei Ciudadanos (Bürger, Cs/Renew Europe).
Allerdings sind 38 Prozent der PP-Wähler:innen anderer Meinung, ebenso wie 36 Prozent der Vox-Wähler:innen und 41 Prozent der Cs-Wähler:innen.
Die militärische Unterstützung der Ukrainer durch Madrid wird von 61 Prozent der Spanier:innen befürwortet, ein Thema, das die Wähler:innen der verschiedenen politischen Lager deutlich spaltet.
PSOE- und PP-Wähler:innen stimmen mit mehr als 60 Prozent zu, während mehr als die Hälfte der Unidas-Podemos-Wähler:innen eine Ausweitung der spanischen Militärhilfe für die Ukraine ablehnen.
Auch bei der Frage, ob die EU wieder Gas von Russland kaufen sollte, wenn der Konflikt in der Ukraine mit einer Einigung endet, heben sich die Unidas-Podemos-Wähler:innen vom Rest ab. Eigentlich lehnt jeder zweite Spanier dies ab.
Allerdings würden 41,4 Prozent der Unidas-Podemos-Wähler:innen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verhandeln, während unter den PSOE-Wähler:innen nur 32 Prozent dies in Erwägung ziehen würden.
Die Euroskopia-Umfrage zeigt auch, dass sich unter den Europäer:innen große Unterschiede im Umgang mit dem Krieg in der Ukraine abzeichnen.
In allen befragten EU-Ländern sprechen sich 48 Prozent für ein schnelles Ende des Konflikts aus, selbst wenn die Ukraine dafür einen Teil ihres Territoriums an Russland abtreten müsste, während 32 Prozent, also fast jeder dritte Europäer, ein solches Opfer zur Beschleunigung des Friedens ablehnen.
Österreich (64 Prozent) und Deutschland (60 Prozent) sind die Mitgliedstaaten mit der höchsten Zustimmung zu dieser Option, die auch von den Griech:innen (54 Prozent), Italiener:innen (50 Prozent) und Spanier:innen (50 Prozent) unterstützt wird.
In den Niederlanden befürworten nur 27 Prozent diese Idee, in Polen (28 Prozent) und Portugal (41 Prozent).
Größere Zustimmung findet dagegen die Lieferung von Waffen an die Ukraine, die von 56 Prozent der befragten EU-Bürger:innen und 61 Prozent der Spanier:innen unterstützt wird.