Ukraine hält an Eurobonds-Plänen fest
Der Internationale Währungsfond (IWF) hat der wirtschaftlich angeschlagenen Ukraine einen Kredit über 15 Milliarden Dollar gewährt. Kiew hält trotzdem an seinen Eurobonds-Plänen fest. Eine Platzierung sei aber erst nach Erhalt des Kredits denkbar.
Der Internationale Währungsfond (IWF) hat der wirtschaftlich angeschlagenen Ukraine einen Kredit über 15 Milliarden Dollar gewährt. Kiew hält trotzdem an seinen Eurobonds-Plänen fest. Eine Platzierung sei aber erst nach Erhalt des Kredits denkbar.
Die Regierung der Ukraine an ihren Eurobonds-Plänen weiterhin fest. Die Platzierung sei aber erst nach Erhalt eines Kredits des Internationalen Währungsfonds (IWF) denkbar, sagte Regierungschef Nikolai Asarow am Donnerstag (29. Juli) in einem Interview für ukrainische Fernsehsender und Nachrichtenagenturen in Kiew. Die aus der Platzierung der Papiere erwirtschafteten Mittel wolle Kiew für die Deckung des Haushaltsdefizits ausgeben.
Erst vor wenigen Wochen hatte das Finanzministerium verkündet, die Platzierung aufzuschieben, da man "andere Finanzierungsquellen" habe. "In Anbetracht der anderen Finanzierungsquellen und der Liquiditätslage, hat das Finanzministerium beschlossen die Transaktion derzeit nicht durchzuführen", hieß es in einer Erklärung des Finanzministeriums.
Tilgung in 29 Monaten
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte der wirtschaftlich angeschlagenen Ukraine zuvor einen neuen Kredit über 15 Milliarden Dollar gewährt. Der Kredit soll in 29 Monaten getilgt werden. Die erste Tranche, mit der die Ukraine in Kürze rechnen kann, beträgt 1,89 Milliarden Dollar.
Nach Angaben von Vizeregierungschef Sergej Tigipko soll der größte Teil des neuen IWF-Kredits für die Auffüllung der Währungsreserve des Landes ausgegeben werden. Zwei Milliarden Dollar seien für den Ausgleich des Etatdefizits bestimmt, hieß es in Kiew.
Vierteljährliche Überprüfung
Im Gegenzug hat sich die neue Regierung von Präsident Viktor Janukowitsch den harten Sparauflagen des IWF gebeugt.
Die erste Tranche über 1,89 Milliarden Dollar werde sofort freigegeben, teilte der IWF mit. Weitere Mittel hingen vom Ergebnis einer vierteljährlichen Überprüfung durch den Währungsfonds ab. Mit dem Darlehen kann die Ukraine ihre Haushaltslöcher stopfen.
Als Bedingung hat die Regierung in Kiew laut IWF akzeptiert, ihr jährliches Defizit im Jahr 2011 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu drücken und im Jahr 2012 auf 2,5 Prozent. Bis 2015 sollen die gesamten Staatsschulden auf unter 35 Prozent gesenkt werden.
Der IWF hatte ein Kreditprogramm über 16,4 Milliarden Dollar eingefroren, nachdem die vorherige ukrainische Regierung des damaligen Präsidenten Viktor Juschtschenko versprochene Einsparungen nicht umgesetzt hatte.
Hintergrund
Eurobonds werden von Ländern innerhalb der Euro-Zone ausgegeben. Dabei stellen sie eine recht sichere Anlageform dar, da keine Währungsrisiken bestehen – Eurobonds werden lediglich in Euro emittiert.
Vorteile von Eurobonds liegen in der guten Bonität der jeweiligen Länder. Außerdem handelt es sich hierbei um eine im Grunde sichere Anlageform, da ein Währungsrisiko ausgeschlossen ist. Dennoch besteht der Nachteil eines Zinsänderungsrisikos bei einem Verkauf von Eurobonds vor Fälligkeit.
RIA Novosti / rtr / dto
Links
International Monetary Fund: IMF Executive Board Approves US$15.15 Billion Stand-By Arrangement for Ukraine (28. Juli 2010)
Ministry of Finance Ukraine: Website