Übersetzen: EU gibt Startschuss für die Vernetzung von Masterstudiengängen [DE]
Die EU hat diese Woche (8.-9. Dezember) ein Netzwerk für europäische Masterstudiengänge im Übersetzen (EMT) gegründet, um Übersetzungsstudenten eine hochwertige Ausbildung zu garantieren und damit kompetente Fachkräfte für ihre Institutionen zu fördern.
Die EU hat diese Woche (8.-9. Dezember) ein Netzwerk für europäische Masterstudiengänge im Übersetzen (EMT) gegründet, um Übersetzungsstudenten eine hochwertige Ausbildung zu garantieren und damit kompetente Fachkräfte für ihre Institutionen zu fördern.
Die Schaffung des Netzwerks kommt inmitten von Befürchtungen, dass der Europäischen Union in den kommenden Jahren ein ernstlicher Mangel an qualifizierten Sprachkräften bevorsteht, ausgelöst durch einen weltweiten Mangel, verbesserte Einstellungsbemühungen von Wettbewerbern wie der UNO und der Weltbank und einem Mangel an angemessenen Ersatzkräften für Mitarbeiter, die in den Ruhestand eintreten.
Das EMT-Netzwerk, das europäische Universitäten mit Übersetzungs-Studiengängen bündelt, hält seine Gründungsversammlung in Brüssel ab, „um zu planen, welche Fähigkeiten der professionelle Übersetzer der Zukunft brauchen könnte“.
Der Kommissar für Mehrsprachigkeit Leonard Orban begrüßte die Schaffung des Netzwerks und sagte, dass Übersetzen ein Beruf mit Zukunft sei.
„Es ist ein Beruf, der sich ständig verändert und Aspekte wie Untertitelung, Lokalisierung, Redaktion und Web-Bearbeitung umfasst”, so Orban. Außerdem beinhalte der Beruf Fähigkeiten, die nicht rein übersetzungsrelevant seien, darunter beispielsweise „Projektmanagement, Verhandlungen mit Kunden, Zeit- und Budgetmanagement [und] Abrechnungen“.
34 Universitäten nehmen für zunächst vier Jahre am Netzwerk teil und weitere sollen nach einem zweiten Aufruf für Teilnehmer Ende 2010 hinzu kommen.
Das EMT werde als „Gütesiegel für die hohe Qualität von Übersetzungsprogrammen auf Master-Niveau” dienen und zu einer „Erweiterung der beruflichen Horizonte” der Übersetzungsstudenten führen. Gleichzeit werde es „kompetente Fachkräfte“ für die öffentlichen Institutionen fördern, so die Europäische Kommission.
Das neue Programm soll Übersetzer hervorbringen, die mit allen Aspekten des Übersetzungsdienstes vertraut sind, darunter Marketing, Kundenbeziehungen, Zeit- und Budgetmanagement sowie Kenntnisse neuer Technologien und Spezialfelder.
Kommissar Orban drückte die Hoffnung aus, dass das EMT den „Nebeneffekt” haben werde, „eine Debatte darüber in Gang zu setzen, was nötig ist, um ein erstklassiger professioneller Übersetzer zu werden“, zu einer Ausrichtung von Forschung in dem Bereich beizutragen und langfristig die Qualität der Übersetzungsausbildung zu steigern.
Die 23 derzeitigen Amtssprachen der EU führen zu 506 Übersetzungs- und Dolmetschkombinationen, eine Zahl, die mit einem Beitritt von Kroatien, Serbien und der Türkei noch einmal stark ansteigen würde.
Befürchtungen, auf die EU komme innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre ein „ernstlicher Mangel” an Übersetzern zu, haben dazu geführt, dass die Institutionen dieses Jahr eine gemeinsame bewusstseinsbildende Kampagne gestartet haben, um jungen Menschen eine Sprachkarriere in Brüssel schmackhaft zu machen.
So reisten Vertreter der Kommission letzten Monat mit Kollegen vom Europäischen Parlament und dem Europäischen Gerichtshof nach Frankreich, um beim Europäischen Bildungssalon in Paris Werbung für die Karriere als Übersetzer zu machen (EURACTIV vom 20. November 2009).
Die Bemühungen vom November folgen früheren Initiativen zur Steigerung des Interesses für EU-Sprachkarrieren bei Bürgern mit Englisch (EURACTIV vom 18. Februar 2009), Tschechisch und Lettisch als Muttersprache, die aus Sorge um eine „Nachfolgekrise” gestartet wurden.
Bei den Treffen diese Woche sollen Arbeitsgruppen zur Zukunft des Übersetzungsberufs, Übersetzungshilfen und –technologie und Übersetzungsausbildung eingerichtet werden.