Tschechische Cyber-Experten warnen Sportler vor chinesischer Spionage
Am Donnerstag schloss sich Tschechien mehreren westlichen Ländern an, die ihre Athleten und Besucher der Olympischen Spiele in Peking vor dem drohenden Verlust ihrer Daten im kommunistischen China gewarnt haben.
Die tschechische Nationale Agentur für Cyber- und Informationssicherheit (NUKIB) und der militärische Geheimdienst haben den Athleten, die an den Olympischen Winterspielen in Peking teilnehmen, empfohlen, ihre persönlichen Daten zu schützen. EURACTIV Tschechiens Medienpartner Aktuálně.cz berichtet.
Am Donnerstag schloss sich Tschechien mehreren westlichen Ländern an, die ihre Athleten und Besucher der Olympischen Spiele in Peking vor dem drohenden Verlust ihrer Daten im kommunistischen China gewarnt haben. So wurde den Athleten zum Beispiel empfohlen, die offizielle App der Olympischen Spiele nicht zu installieren, was schwierig sein könnte, da sie obligatorisch ist.
Das Tschechische Olympische Komitee erklärte, dass es den Chinesen weiterhin vertraue, obwohl die Medien davor gewarnt haben, dass tschechische Athleten bei den Spielen von Spionage bedroht sind. Auch ausländische Experten haben wiederholt davor gewarnt, dass die Veranstaltung mit einem erheblichen Risiko chinesischer Spionage einhergeht, die sich gegen westliche Besucher wie Sportler, Politiker und Journalisten richtet.
Die Agentur NUKIB hat eine Woche vor Beginn des Sportevents ein Handbuch auf ihrer Website veröffentlicht, das sie gemeinsam mit dem militärischen Geheimdienst entwickelt hat. Die meisten tschechischen Athleten flogen am Donnerstag nach Peking.
Das Tschechische Olympische Komitee, das die 113 tschechischen Athleten betreut, erklärte, man vertraue den Organisatoren, dass die Internetverbindung in den olympischen Dörfern und Sportstätten sicher sei. Das Komitee hatte es ausgeschlossen, die Athleten vor den Risiken zu warnen, denen sie in China ausgesetzt sein könnten.
Allerdings hat das Komitee nun zugesagt, das von den tschechischen Sicherheitskräften ausgearbeitete Material mit den Empfehlungen an die Athleten zu verteilen. Die Maßnahmen sind unverbindlich.
Die Chinesen haben die Bedenken der westlichen Länder zurückgewiesen, aber die tschechischen Cyberexperten sehen Risiken. In dem Material wird zum Beispiel auf die Gefahren des Herunterladens unbekannter oder anfälliger Apps hingewiesen. Zu den problematischen Apps gehört die offizielle App für die Olympischen Spiele in Peking namens MY 2022.
Falls die Athleten die App löschen, könnte es zu Problemen kommen, da das offizielle Handbuch der Spiele die Verwendung der App für Athleten und Mitglieder der olympischen Teams vorschreibt. Über die App sollen sie ihren Gesundheitszustand als Teil der Maßnahmen gegen COVID-19 melden.