Tschechische Behörden decken illegale Arzneimittelexporte auf

Das tschechische Staatsinstitut für Arzneimittelkontrolle hat illegale Medikamentenexporte im Wert von 2,3 Millionen Euro aufgedeckt. Der stellvertretende Gesundheitsminister Jakub Dvořáček kündigte an, härter gegen Kriminalität in dem Bereich vorgehen zu wollen.

EURACTIV.cz
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"Bei den Inspektionen wurden insgesamt 14 Fälle aufgedeckt, in denen Apothekenbetreiber:innen Medikamente bestellt, diese aber nicht in die Apothekensysteme eingegeben haben", sagte Irena Storová, die Leiterin des Instituts für Arzneimittelkontrolle (SÚKL). [Shutterstock/rawf8]

Das tschechische Staatsinstitut für Arzneimittelkontrolle hat illegale Medikamentenexporte im Wert von 2,3 Millionen Euro aufgedeckt. Der stellvertretende Gesundheitsminister Jakub Dvořáček kündigte an, härter gegen Kriminalität in dem Bereich vorgehen zu wollen.

Die Inspektion des Instituts kam zu dem Ergebnis, dass mindestens 130.000 Packungen mit verschriebenen Medikamenten verschwunden sind, unter anderem gegen Diabetes, Asthma, Lungenerkrankungen und Bluthochdruck.

„Bei den Inspektionen wurden insgesamt 14 Fälle aufgedeckt, in denen Apothekenbetreiber:innen Medikamente bestellt, diese aber nicht in die Apothekensysteme eingegeben haben“, sagte Irena Storová, die Leiterin des Instituts für Arzneimittelkontrolle (SÚKL).

„Wir vermuten, dass es sich dabei um eine illegale organisierte Aktivität handelt, die darauf abzielt, diese Medikamente ins Ausland zu exportieren“, sagte sie. Dabei gehe es um Medikamente, die im Ausland teurer sind als in der Tschechischen Republik, wo der Preis reguliert ist.

„Medikamente können in Länder gehen, in denen es keine Preisregulierung gibt. In einem Monat kann das zum Beispiel Skandinavien sein, und nachdem es eine Regulierung eingeführt hat, können Medikamente in Länder wie Deutschland oder jedes andere europäische Land gehen“, erklärte der stellvertretende Gesundheitsminister Jakub Dvořáček dem tschechischen Fernsehen.

„Ich fürchte, dass dies im Moment nur die Spitze des Eisbergs ist“, warnte Dvořáček.

Das Institut übergab die Berichte seiner Inspektion auch an die zuständigen Behörden, darunter Polizei und Zoll.

„Das Thema der pharmazeutischen Kriminalität ist jetzt von gesamteuropäischer Bedeutung. Es ist eine der Prioritäten, die wir uns für das Jahr 2023 im Bereich der Strafverfolgung gesetzt haben“, sagte David Chovanec, stellvertretender Generaldirektor der Generalzolldirektion, in Reaktion auf die Erkenntnisse der Behörde.

Dem Institut zufolge kann die illegale Ausfuhr von Arzneimitteln die Verfügbarkeit von Medikamenten in der Tschechischen Republik direkt gefährden und somit die Qualität und Verfügbarkeit der Gesundheitsversorgung beeinträchtigen.