Tschechiens Premier Babiš stuft Explosion als "Terrorakt" mit russischer Beteiligung ein

Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš hat sich am Dienstag vor dem tschechischen Parlament entschuldigt und die Explosion in einem Waffenlager als Terrorakt eingestuft.

EURACTIV.cz
Hungarian PM Orban, Czech PM Babis in Jerusalem
Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis. [EPA-EFE/ABIR SULTAN]

Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš hat sich am Dienstag vor dem tschechischen Parlament entschuldigt. Zuvor hatte er am Montag harsche Kritik geerntet, nachdem er behauptete, die russische Mitwirkung an der Explosion eines Munitionslagers im Jahr 2014 sei kein staatlich gelenkter Terrorismus gewesen, sondern ein „Angriff auf den Einkauf eines bulgarischen Waffenhändlers“.

Er betonte am Dienstag weiter, es handele sich tatsächlich um  einen „nie dagewesenen Akt des Terrors“ auf tschechischem Staatsgebiet.

Das Land befindet sich nach wie vor in Aufruhr, nachdem am vergangenen Wochenende bekannt wurde, dass der russische Militärgeheimdienst GRU wohl an der Explosion eines Munitionslagers in Vrbětice am 16. Oktober 2014 beteiligt war.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Zacharowa hat die tschechischen Vorwürfe hingegen als „absurd“ bezeichnet.

Sie stellte fest, dass in den vergangenen sieben Jahren die Munitionslager-Explosion und die Hintergründe von tschechischer Seite aus nicht erklärt werden konnten. „Nun hat sich Prag aber buchstäblich in einigen wenigen Tagen – unmittelbar nach dem massiven Angriff des Westens, der Ausweisung russischer Diplomaten aus den USA und Polen, nach einigen neuen Behauptungen über die Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten – bemüht und eine Erklärungsversion vorgelegt,“ merkte sie an.

Zacharowa behauptete weiter: „In nur zwei Tagen wurden in dieser Version so viele Fälschungen und Lügen seitens tschechischer Beamter angehäuft, dass ich betonen möchte: eine solche Absurdität haben wir schon lange nicht mehr gesehen.“

Der tschechische Innenminister und amtierende Außenminister Jan Hamáček hat seinerseits bereits die EU- und NATO-Verbündeten zu einer kollektiven Reaktion aufgefordert, die auch die Ausweisung weiterer russischer Diplomatinnen und Diplomaten beinhalten sollte.