Tschechien will immer noch nicht dem Euro beitreten

Die Tschechische Republik plant nicht, in absehbarer Zeit den Euro einzuführen, so Premierminister Petr Fiala in Anbetracht der zunehmenden Besorgnis unter tschechischen Wirtschaftsexpert:innen.

EURACTIV.cz
EU Summit in Brussels
"Für die Tschechische Republik ist die Euro-Einführung im Moment kein Thema", sagte Fiala am Freitag (24. Juni). [[EPA-EFE/STEPHANIE LECOCQ]]

Tschechien plant nicht, in absehbarer Zeit den Euro einzuführen, so Premierminister Petr Fiala während tschechischen Wirtschaftsexpert:innen zunehmend besorgt sind.

Kroatien hat kürzlich von der Kommission grünes Licht für die Einführung des Euro im Jahr 2023 erhalten. Tschechien will der gemeinsamen Währung auch weiterhin nicht beitreten.

„Für die Tschechische Republik ist die Euro-Einführung im Moment kein Thema“, sagte Fiala am Freitag (24. Juni).

Obwohl Tschechien derzeit nicht alle Bedingungen für einen Beitritt zur Eurozone erfüllt, fordern Expert:innen, dass das Land inmitten der Inflation die gemeinsame Währung akzeptiert, um mehr Stabilität zu erreichen und ein Mitspracherecht im Entscheidungsprozess der Eurozone zu haben.

Es fehlt jedoch der politische Wille für einen solchen Schritt.

„Leider will die heutige Regierung den Euro nicht akzeptieren. Es ist de facto unmöglich, dies rechtzeitig zu tun, und leider fehlt der politische Wille dazu“, schrieb der Europaabgeordnete und ehemalige Vizegouverneur der tschechischen Nationalbank, Luděk Niedermayer, in einem von der Hospodářské noviny veröffentlichten Kommentar.

Niedermayer ist der Ansicht, dass es für die Tschechische Republik nicht länger von Vorteil ist, außerhalb der Eurozone zu bleiben, und fordert die Regierung auf, sich zumindest für den Beitritt zum europäischen Wechselkursmechanismus II (WKM) zu entscheiden.

Die Mitgliedschaft im WKM II für zwei Jahre ist eine notwendige Bedingung für den Beitritt zur Eurozone. Mit dem Beitritt Kroatiens zur Eurozone sind nur noch sieben EU-Länder außerhalb der Währungsunion.

Abgesehen von Dänemark, das sich für den Euro entschieden hat, sind Schweden, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die Tschechische Republik die einzigen Länder, die weiterhin ihre nationalen Währungen nutzen.