Tschechien will Europa mit Lithium versorgen

Premierminister Petr Fiala erklärte, dass Tschechien am Rande einer Lithiumrevolution stehe. Er sieht die Möglichkeit, dass die Tschechische Republik in den Lithiumabbau auf ihrem Gebiet einsteigt und damit einen wichtigen Beitrag zur allgemeinen Energiesicherheit Europas leistet.

EURACTIV.cz
Czech government to present pension reform and public finance consolidation package
Tschechien will die EU mit Lithium versorgen, der Abbau könnte schon 2026 beginnen. [EPA-EFE/MARTIN DIVISEK]

Laut Premierminister Petr Fiala steht Tschechien vor einer Lithiumrevolution. So könne sein Land einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenversorgung und allgemeinen Energiesicherheit Europas leisten.

Schätzungen zufolge verfügt die Tschechische Republik über etwa 3 Prozent der weltweiten Lithiumvorkommen, von denen sich der größte Teil in Cínovec nahe der deutschen Grenze befindet. Experten zufolge könnte Cínovec die größte Lithiumreserve in Europa sein.

„Wir stehen an der Schwelle zur Lithiumrevolution, denn die Verwendung von Lithium wird erheblich zunehmen, und Europa wird die Produktion des kritischen Rohstoffs auf seinem eigenen Territorium intensiv unterstützen“, sagte Fiala laut der Tschechischen Nachrichtenagentur.

Lithium – das von der EU als kritischer Rohstoff behandelt wird – ist entscheidend für die Herstellung von Batterien für Elektrofahrzeuge und Technologien für erneuerbare Energien.

Die Vorkommen in der Tschechischen Republik befinden sich in einer Region, deren Wirtschaft auf dem Kohlebergbau beruht, und stellen daher eine große Chance dar.

„Es ist eine Chance, neue Investoren für die Region zu gewinnen, den Lebensstandard zu verbessern und Tausende von Arbeitsplätzen zu schaffen“, sagte Fiala am Dienstag.

Der Abbau von Lithium sei für die ehemalige Kohleregion an der Grenze zu Sachsen eine wirtschaftliche Chance. „Wir haben die Chance, aus einer ehemaligen Kohleregion ein Zentrum für moderne Energie und erneuerbare Ressourcen zu machen“, so der tschechische Premierminister.

Fiala zufolge ist auch die Zusammenarbeit mit Sachsen wichtig, beim Besuch in der Region traf er deshalb auch mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) zusammen.

Aus diesem Grund wurde ein Memorandum über die Zusammenarbeit bei strategischen Projekten unterzeichnet, zu denen auch die Gewinnung von Rohstoffen wie Lithium gehört.

Der Tiefbau in Cínovec wird von Geomet vorbereitet. Das Unternehmen befindet sich mehrheitlich im Besitz von Severočeské doly, das zum Energieunternehmen ČEZ Group gehört.

Die endgültige Durchführbarkeitsstudie, die grundlegende Fragen zu den Möglichkeiten der Lithiumgewinnung am Cínovec beantworten soll, wird bis Ende dieses Jahres vorliegen. Der eigentliche Abbau könnte Ende 2026 oder 2027 beginnen.

ČEZ befindet sich derzeit in Gesprächen mit den Bürgermeistern der umliegenden Dörfer über den Abbau. Nach Angaben des Unternehmens wird nur der Eingang des Bergwerks an der Oberfläche sichtbar sein.

Das rohe Erz wird 200 bis 500 Meter unter der Erde abgebaut, wo es auch teilweise zerkleinert wird. Die weitere Verarbeitung erfolgt in der Nähe der Lagerstätte, danach werden die Rohstoffe weiter abtransportiert.