Tschechien will erweiterten EU-Emissionshandel bis 2028 verschieben

Die Tschechische Republik wird sich dafür einsetzen, die Erweiterung des EU-Emissionshandels (ETS-2) in der EU bis mindestens 2028 zu verschieben, sagte Ministerpräsident Petr Fiala am Montag (16. Dezember).

EURACTIV.cz
Söder in Prague
„Wir müssen die Umweltziele überarbeiten, damit sie sich nicht negativ auf die gesamte Wirtschaft auswirken“, erklärte Ministerpräsident Fiala (Bild). [[Magdalena Henkel/picture alliance via Getty Images]]

Die Tschechische Republik wird sich dafür einsetzen, die Erweiterung des EU-Emissionshandels (ETS-2) in der EU bis mindestens 2028 zu verschieben, sagte Ministerpräsident Petr Fiala am Montag (16. Dezember).

Nach den derzeitigen Plänen soll das System, das den Handel mit CO2-Zertifikaten beispielsweise auf den Straßenverkehr und die Gebäudeheizung ausweiten soll, ab 2027 gelten. Die tschechische Regierung wird die Verschiebung nutzen, um das System so anzupassen, dass es einen stärkeren Schutz vor steigenden Energiepreisen bietet.

„Wir müssen die Umweltziele überarbeiten, damit sie sich nicht negativ auf die gesamte Wirtschaft auswirken“, erklärte Ministerpräsident Fiala (ODS) nach Angaben der Tschechischen Nachrichtenagentur

Einer der konkreten Vorschläge der Tschechischen Republik wird darin bestehen, das bevorstehende neue Emissionshandelssystem zu ändern, das ab 2027 auf den Verkehr oder die Beheizung von Gebäuden ausgeweitet werden könnte.

„Wir werden unsere Kollegen in der EU davon überzeugen, sich unserem Vorschlag anzuschließen, das Inkrafttreten des ETS-2-Systems auf 2028 zu verschieben. Bis dahin wollen wir einen stärkeren Schutz gegen den starken Anstieg der Energiepreise einführen“, so Fiala.

Sollte dies nicht geschehen, bestehe die Gefahr steigender Kosten für Haushalte, Industrie und Unternehmen. „Und das wollen wir auf keinen Fall zulassen“, fügte er hinzu.

Seiner Meinung nach ist es für die Tschechische Republik wichtig, eine Verschiebung von mindestens einem Jahr zu erreichen.

„Wir könnten uns eine längere Verschiebung vorstellen, zum Beispiel bis die Energiepreise in Europa wirklich wettbewerbsfähig sind, aber wir sind realistisch und versuchen, einen möglichst breiten Konsens zu finden“, äußerte der Ministerpräsident.

[Bearbeitet von Kjeld Neubert]