Tschechien kann erst 2024 unabhängig von Russland sein
Tschechien wird erst im Jahr 2024 seine derzeitige Abhängigkeit von russischen Importen fossiler Brennstoffe beenden können, erklärte Handels- und Industrieminister Jozef Síkela am Tag vor Inkrafttreten des EU-Embargos.
Tschechien wird erst im Jahr 2024 seine derzeitige Abhängigkeit von russischen Importen fossiler Brennstoffe beenden können, erklärte Handels- und Industrieminister Jozef Síkela am Tag vor Inkrafttreten des EU-Embargos.
Tschechien, das immer noch stark von russischem Öl abhängig ist, ist von dem im Mai beschlossenen EU-Embargo gegen russische Ölimporte ausgenommen, das am Montag (5. Dezember) in Kraft tritt. Durch das verzögerte Inkrafttreten des Embargos soll sichergestellt werden, dass die EU-Länder genügend Zeit haben, sich anzupassen und alternative Ölquellen zu finden.
„Wenn wir Verträge mit Algerien, Norwegen und Katar abschließen können, die Verbindungen, die wir brauchen, wie die TAL-Pipeline, und weitere neue Terminals fertigstellen können, sodass wir eine gewisse Mischung in Bezug auf die Energiesicherheit haben, denke ich, dass das Problem der Versorgung mit fossilen Brennstoffen aus Russland im Jahr 2024 definitiv gelöst sein wird“, sagte Síkela dem Česká televize.
Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Tschechische Republik über genügend Gas für diesen Winter verfüge und dass es bereits jetzt an der Zeit ist, sich um den nächsten Winter zu kümmern.
Das Land hat für den nächsten Winter etwa drei Milliarden Kubikmeter Gas an niederländischen Terminals unter Vertrag, was bis zu 40 Prozent des Verbrauchs deckt.
Darüber hinaus wird das Land im nächsten Jahr die inländischen Speicher, die über eine Kapazität von etwa 3,5 Milliarden Kubikmetern verfügen, kontinuierlich mit LNG füllen. Der Rest der benötigten Menge soll durch zukünftige Verträge mit Algerien, Norwegen und Katar gesichert werden.
„Die größte Bedrohung für den nächsten Winter ist der Gasmangel in anderen europäischen Ländern und die Gefahr, dass das Gas aus irgendeinem Grund nicht zu uns gelangt. Aber da wir ein solidarisches System aufgebaut haben, haben wir auch die Transportwege gesichert, sodass wir versuchen, dieses Risiko zu begrenzen“, sagte Síkela.
Nach Angaben des Ministers hat das Industrieministerium das aktualisierte Energiekonzept fast fertiggestellt, das er der Regierung im ersten Quartal des nächsten Jahres vorlegen möchte.
Das Konzept soll sich auf die Atomkraft als stabile Energiequelle stützen und erneuerbare Energien und Energieeinsparungen fördern.