Tschechien: COVID-Verschwörungstheoretikerin verurteilt

Die ehemalige Journalistin Jana Peterková wurde vom Prager Stadtgericht zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt, weil sie während der Pandemie verschwörungstheoretische Inhalte verbreitet hatte. Ihre Unterstützer stürmten während der Verhandlung den Gerichtssaal.

EURACTIV.cz
Prague,,Czech,Republic,-,September,20,2020:,Jana,Peterkovã¡,,Czech
Dutzende von Anhängern kamen, um Peterková (Bild) bei der Gerichtsverhandlung zu unterstützen, brachen die Tür zum Gerichtssaal auf und skandierten Parolen darüber, dass Tschechien "faschistisch" sei. Daraufhin nahm die tschechische Polizei zwei Personen fest, die später wieder freigelassen wurden. Einer der Prozessbeteiligten wurde ins Krankenhaus gebracht. [Shutterstock/Tereza Koudelkova]

Die ehemalige Journalistin Jana Peterková wurde vom Prager Stadtgericht zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt, weil sie während der Pandemie verschwörungstheoretische Inhalte verbreitet hatte. Ihre Unterstützer stürmten während der Verhandlung den Gerichtssaal.

Dutzende von Anhängern kamen, um Peterková bei der Gerichtsverhandlung zu unterstützen, brachen die Tür zum Gerichtssaal auf und skandierten Parolen darüber, dass Tschechien „faschistisch“ sei. Daraufhin nahm die tschechische Polizei zwei Personen fest, die später wieder freigelassen wurden. Einer der Prozessbeteiligten wurde ins Krankenhaus gebracht.

„Wir untersuchen den gesamten Vorfall und prüfen, ob es zu weiteren Verstößen gekommen ist“, sagte der Prager Polizeisprecher Jan Rybanský der Tschechischen Nachrichtenagentur.

Peterková hatte zu Zeiten der Pandemie behauptet, NATO-Truppen würden die Tschechische Republik besetzen und die Soldaten würden jeden erschießen, der sich weigere, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Peterková, eine 47-jährige ehemalige Reporterin von TV Nova, hat in Videos in sozialen Medien über die drastische Untersuchung und Behandlung von Kindern in Krankenhäusern und angebliche Zwangsimpfungen gegen COVID-19 gesprochen.

Adam Wenig, ein Sprecher des Prager Stadtgerichts, sagte, der Stur auf den Gerichtsaal könne als Straftatbestand der Ruhestörung, der Missachtung des Gerichts oder im Extremfall als Gewalt gegen einen Beamten eingestuft werden.

Der tschechische Justizminister Pavel Blažek verurteilte das Verhalten der an dem Vorfall Beteiligten. Er kündigte außerdem an, dass der Vorfall auf der Regierungssitzung am Mittwoch behandelt und Maßnahmen zur Verhinderung einer Wiederholung ähnlicher Situationen erwogen würden.

Es ist zwar nicht der erste Vorfall, bei dem es im Prager Stadtgericht zu ähnlichen Störungen durch Desinformanten gekommen ist. Zuvor musste die Polizei jedoch noch nie eingreifen.