Trump lädt Putin nach Washington ein
Ungeachtet der heftigen Kritik an seinem Auftritt mit Wladimir Putin in Helsinki will sich US-Präsident Donald Trump noch in diesem Jahr erneut mit dem russischen Staatschef treffen.
Ungeachtet der heftigen Kritik an seinem Auftritt mit Wladimir Putin in Helsinki will sich US-Präsident Donald Trump noch in diesem Jahr erneut mit dem russischen Staatschef treffen.
Freundlich sein zu Putin? Und ihm dann auch noch in wichtigen Fragen Recht geben, obwohl seine Aussage gegen jene der US-Geheimdienste steht. Das geht für viele US-Politiker gar nicht. Auch in Trumps republikanischer Partei. Entsprechend scharf viel die Kritik an Trumps Auftreten beim Gipfel in Helsinki aus, hatte der US-Präsident es doch vermieden hatte, die mutmaßlichen russischen Cyberattacken auf die US-Demokraten während des Wahlkampfs 2016 zu verurteilen. Stattdessen bewertete er Putins Beteuerung, Russland habe nichts mit diesen Hackerangriffen zu tun gehabt, als „extrem stark und kraftvoll“.
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Doch Trump scheint dabei zu bleiben, ein gutes Verhältnis mit Putin zu wollen. Denn, so twitterte es aus dem Weißen Haus, es ist gut, wenn große Atommächte miteinander im Gespräch sind. Nun will er Putin zu einem zweiten Treffen nach Washington einladen. Wie das Weiße Haus am Donnerstag mitteilte, sind Gespräche über den Besuch „im Gange“. Trumps Sprecherin Sarah Sanders erklärte, der Präsident habe seinen Nationalen Sicherheitsberater, John Bolton, angewiesen, Putin für ein Treffen in der US-Hauptstadt zwischen September und Dezember einzuladen.
Wenige Stunden zuvor hatte Trump angekündigt, dass er sich auf einen zweiten Gipfel mit Putin freue. Dabei solle mit der Umsetzung einiger der „vielen bereits besprochenen Dinge“ begonnen werden. Er nannte unter anderem den Kampf gegen den Terrorismus und gegen Cyberattacken, die Lage im Nahen Osten und in der Ukraine, Handelsfragen sowie die Eindämmung der Verbreitung von Atomwaffen.
Trump betonte in einem Interview, „mit Putin klarzukommen“ sei „positiv, nicht negativ“. „Nun, da das gesagt ist, falls das nicht funktioniert, werde ich der schlimmste Feind sein, den er je hatte“, sagte Trump. Er freue sich nun auf das zweite Treffen mit dem russischen Staatschef.
Die Ankündigung zu dem weiteren Gipfel kam für den US-Geheimdienstdirektor Coats überraschend. „Sagen Sie das nochmal“, sagte Coats bei einem Live-Interview in Aspen im US-Bundesstaat Colorado. „Ok, das wird speziell.“ Coats sagte zudem, dass er Tage nach dem Vier-Augen-Gespräch zwischen Trump und Putin in Helsinki immer noch keine Kenntnis vom Inhalt der Unterredung habe. „Ich weiß nicht, was bei diesem Treffen passiert ist.“ Er äußerte sich nach Medienberichten zu russischen Angaben, wonach Trump und Putin bei der mehr als zweistündigen Unterredung nicht näher genannte Vereinbarungen trafen.
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Der Chef der oppositionellen Demokraten im Senat, Chuck Schumer, erklärte zu den Plänen Trumps, Putin nach Washington einzuladen: „Bis wir wissen, was bei diesem zweistündigen Treffen in Helsinki passiert ist, sollte der Präsident keine Einzel-Interaktionen mit Putin mehr haben. In den USA, in Russland oder sonstwo.“
Doch auch davon wird sich Trump wohl nicht beeindrucken lassen. Es sollte schließlich möglich sein, dass zwei Staatschefs vertraulich miteinander sprechen – ohne dass Geheimdienst und Opposition hinterher alle Einzelheiten erfahren.