Tragödie auf Ischia: Italienische Regierung will gegen Ursachen vorgehen
Nach einem schweren Erdrutsch auf der Insel Ischia, bei dem acht Menschen ums Leben kamen, hat die italienische Regierung umfangreiche Maßnahmen angekündigt, um die Ursachen der Schlammlawine zu bekämpfen.
Nach einem schweren Erdrutsch auf der Insel Ischia, bei dem acht Menschen ums Leben kamen, hat die italienische Regierung umfangreiche Maßnahmen angekündigt, um die Ursachen der Schlammlawine zu bekämpfen.
Die Erdrutsche waren vor allem durch die starken Regenfälle ausgelöst worden, die als die heftigsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gelten. Aufgrund der Wassermassen war ein Teil des Hanges am Berg Epomeo zwischen dem 25. und 26. November abgerutscht. Die Trümmer strömten ins Meer und zerstörten auf ihrem Weg alles, was sie trafen: Straßen, Autos und Häuser. Mindestens acht Tote wurden bereits geborgen.
Insgesamt 350 Millionen Euro will die Regierung in rund 140 Maßnahmen investieren, die vor allem darauf abzielen, Instabilitäten beim Grundwasserspiegel zu beseitigen.
Zwar gelten die heftigen Regenfälle als Hauptursache der Tragödie, gleichzeitig war aber schon seit längerem eine Absenkung des Bodens zu beobachten. Die Mischung zwischen dem Jahrhundertregen und der Absenkung des Bodens führte schließlich zu dem Erdrutsch.
Die Gefahr dieser Kombination war zwar bereits seit längerem bekannt, wurde allerdings bis vor kurzem nicht auf die Tagesordnung gesetzt.
„49 Prozent des Inselgebiets (Ischia) sind in den hydrogeologischen Strukturplänen als stark und sehr stark erdrutschgefährdet klassifiziert, und über 13 000 Einwohner leben in den Gebieten mit der höchsten Erdrutschgefahr“, erklärte der italienische Umweltminister Gilberto Pichetto Fratin am Mittwoch.
Im Jahr 2010 wurden bereits 3,1 Millionen Euro für die „Sicherung des Küstengebiets“ und für die „Verringerung der Erosion und die Stabilisierung der Hänge“ der Stadt, in der sich der Erdrutsch ereignete, bereitgestellt, aber diese Maßnahmen befinden sich noch in der Planungsphase.
„In den Haushaltsentwurf wurde ein Artikel aufgenommen, der die Einrichtung eines Sonderfonds zur Bekämpfung des Bodenverbrauchs vorsieht, um die Planung und Finanzierung von Maßnahmen zur Renaturierung degradierter oder sich verschlechternder Böden in städtischen und stadtnahen Gebieten zu ermöglichen, die mit insgesamt 160 Millionen Euro ausgestattet sind“, so Fratin weiter.
2018 verabschiedete die Regierung von Giuseppe Conte ein Dekret, das den Zugang zu öffentlichen Mitteln für den Wiederaufbau von Häusern ermöglichte, die durch das Erdbeben von 2017 auf Ischia zerstört worden waren, einschließlich solcher, die durch Baumissbrauch entstanden waren. 28.000 offizielle Anträge auf Bauamnestie wurden von der Insel gestellt.
Auch die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ihren Urlaub regelmäßig auf Ischia verbringt, kommentierte die Tragödie. „Ich kenne die Insel gut, ich mag sie und ihre Menschen. Ich trauere mit ihnen um die Opfer und meine Gedanken sind bei ihren Familien, bei allen Betroffenen und bei den Rettern“, sagte sie.