Think-Tank: Finnland muss Nettoeinwanderung verdreifachen

Euractiv.com
Toy,Bus,And,Flag,Of,Finland,.,Travel,Concept
Um die Steuereinnahmen zu erhöhen und den Fortbestand des Sozialstaats zu sichern, braucht Finnland neue Arbeitskräfte aus dem Ausland, so der neue Bericht eines gemeinnützigen Think-Tanks. [Shutterstock/GagoDesign]

Finnland, das mit einer alternden Bevölkerung und einer niedrigen Geburtenrate zu kämpfen hat, bräuchte dreimal so viele Einwanderer wie prognostiziert, um das Wachstum anzukurbeln und die öffentlichen Finanzen zu verbessern, so ETLA Economic Research, ein gemeinnütziges Wirtschaftsforschungsinstitut.

Um die Steuereinnahmen zu erhöhen und den Fortbestand des Sozialstaats zu sichern, braucht Finnland neue Arbeitskräfte, so der neue Bericht.

Wenn Finnlands jährliches Zuwanderungssaldo bei den derzeitigen 15.000 Personen bleibt, wird die Bevölkerung des Landes im erwerbsfähigen Alter bis 2070 um 20 Prozent sinken, warnte ETLA.

Dem Think-Tank zufolge muss Finnland seine jährliche Nettozuwanderung unverzüglich auf 44.000 Personen erhöhen und darf nicht bis zum Jahr 2030 warten. Die finnische Regierung hatte das Ziel ausgegeben, die Zuwanderung in den Arbeitsmarkt bis 2030 auf 50.000 Personen pro Jahr zu erhöhen.

Um die Lücke an Arbeitskräften zu schließen, braucht Finnland nicht nur hochqualifizierte Einwanderer, sondern auch weniger gut ausgebildete Arbeitskräfte, um die Grundversorgung aufrechtzuerhalten, heißt es in dem Bericht weiter.

Das Thema Einwanderung wird im Vorfeld der finnischen Parlamentswahlen im April ein wichtiges Diskussionsthema sein.

Im Gegensatz zu den anderen großen Parteien möchte die nationalistische und populistische Finnenpartei, die derzeit mit 18,4 Prozent der Stimmen auf dem dritten Platz liegt, nur qualifizierte Arbeitskräfte aus der EU nach Finnland einreisen lassen.

(Pekka Vänttinen | EURACTIV.com)