Tesla denkt über "Gigafactory" in Deutschland nach

Der US-amerikanische Elektroauto-Hersteller Tesla ist laut Medienberichten auf der Suche nach Standorten in Deutschland, um dort eine seiner "Gigafabriken" zu bauen.

EURACTIV.com
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Tesla prüft offenbar potenzielle Fabrikstandorte in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. [[Photo: Nadezda Murmakova / Shutterstock]]

Der US-amerikanische Elektroauto-Hersteller Tesla ist laut Medienberichten auf der Suche nach Standorten in Deutschland, um dort eine seiner „Gigafabriken“ zu bauen. Die Schaffung einer europäischen Basis könnte dem Unternehmen von Elon Musk helfen, die schlimmsten Folgen eines anhaltenden Handelskrieges zwischen den USA und China zu umgehen.

Bereits am Sonntag berichtete die Rheinische Post, Tesla prüfe offenbar potenzielle Fabrikstandorte in Nordrhein-Westfalen. Auch eine Begehung möglicher Flächen habe demnach bereits stattgefunden.

Diese Entwicklung knüpft an die Gerüchte an, die Musk selbst im Jahr 2018 zum ersten Mal streute, als der Tesla-Gründer twitterte, ein Standort „an der deutsch-französische Grenze macht Sinn; in der Nähe der Benelux-Länder“. Er verriet im April dieses Jahres, sein Unternehmen ziehe einen Standort in der Bundesrepublik „nach wie vor in Betracht“.

Vergangene Woche hatte derweil das niedersächsische Wirtschaftsministerium mitgeteilt, der Autobauer könne sich auch einen Standort in Niedersachsen vorstellen.

Tesla selbst äußerte sich zu den Gerüchten um eine neue Fabrik in Deutschland bisher nicht.

Europa ist ein wichtiger Wachstumsmarkt für Tesla und hat sich dieses Jahr bisher als wichtige Region für das US-Unternehmen erwiesen: der Umsatz verdreifachte sich in der ersten Jahreshälfte 2019.

Eine Produktionsstätte in Deutschland wäre die vierte des Unternehmens, nach zwei in den USA und einer im chinesischen Shanghai, die kurz vor der Fertigstellung steht. In jeder Tesla-Fabrik sind bisher rund 3.000 Mitarbeitende beschäftigt.

Die Steigerung der Produktion im Ausland ist Teil der Strategie von Tesla. Damit soll das Marktpotenzial aufgrund strengerer Abgasvorschriften in der EU und in China genutzt sowie die schlimmsten Auswirkungen des Handelskrieges zwischen Washington und Peking umgangen werden.

China wird voraussichtlich einen Zoll von 25 Prozent auf US-Autos sowie weitere Abgaben auf Autoteile erheben, während die USA ihre mögliche Entscheidung, europäische Motoren mit zusätzlichen Zollmaßnahmen zu belegen, vorerst verschoben haben.