Temperaturanstieg: Frankreich bekämpft schlimmste Dürre aller Zeiten

Frankreich machte sich am Sonntag (7. August) auf die vierte Hitzewelle in diesem Sommer gefasst. Die schlimmste Dürre seit Beginn der Aufzeichnungen ließ zahlreiche Dörfer ohne sauberes Trinkwasser verdursten und die Landwirt:innen warnten vor einem drohenden Milchmangel im Winter.

EURACTIV.com with Reuters
Drought in southern France
In fast ganz Frankreich gelten Einschränkungen beim Wasserverbrauch, darunter vielerorts ein Verbot von Wasserschläuchen und Bewässerung. [EPA-EFE/SEBASTIEN NOGIER]

Frankreich machte sich am Sonntag (7. August) auf die vierte Hitzewelle in diesem Sommer gefasst. Die schlimmste Dürre seit Beginn der Aufzeichnungen ließ zahlreiche Dörfer ohne sauberes Trinkwasser, während Landwirt:innen vor einem drohenden Milchmangel im Winter warnen.

Das Büro von Premierministerin Elisabeth Borne hat einen Krisenstab zur Bekämpfung der Dürre eingerichtet. Aufgrund der extremen Hitze und Trockenheit sind viele Dörfer auf Wasserlieferungen per Lastwagen angewiesen, der staatliche Energieversorger EDF hat die Produktion von Atomstrom drosseln müssen und auch die Ernten stehen unter Druck.

Es wurde erwartet, dass die Temperaturen im Südwesten am Sonntag 37 Grad Celsius erreichen werden, bevor sich die heiße Luft Anfang der Woche nach Norden hin verlagert.

„Diese neue Hitzewelle wird sich wahrscheinlich fortsetzen“, sagte La Chaine Météo – analog zum US-Kabelsender The Weather Channel.

Die nationale Wetteragentur Météo-France sprach von der schlimmsten Dürre seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1958 und sagte, dass sich die Dürre bis mindestens Mitte des Monats verschlimmern werde. Im Durchschnitt fiel im Juli in ganz Frankreich weniger als 1 cm Regen.

Die Maisernte wird in diesem Jahr voraussichtlich um 18,5 Prozent niedriger ausfallen als 2021, so das Landwirtschaftsministerium, während die Europäer:innen mit höheren Lebensmittelkosten zu kämpfen haben, weil die Getreideexporte aus Russland und der Ukraine geringer ausfallen als üblich.

In der Zwischenzeit könnte es aufgrund der Dürre zu einem Mangel an Futtermitteln kommen, so der Nationale Bauernverband (Federation nationale des travailleurs de l’agriculture).

Der Atomkraftwerksbetreiber EDF musste vergangene Woche seine Leistung in einer Anlage im Südwesten Frankreichs aufgrund der hohen Flusstemperaturen in der Garonne reduzieren und hat für die Reaktoren entlang der Rhone eine Dauerwarnung ausgerufen.

Die hohen Temperaturen haben die Probleme des Energieversorgers noch verschlimmert. Korrosionsprobleme und verlängerte Wartungsarbeiten in der Hälfte der 56 Atomreaktoren haben die Kapazität reduziert, während sich Europa mit einer Energiekrise konfrontiert sieht.

In fast ganz Frankreich gelten Einschränkungen beim Wasserverbrauch, darunter vielerorts ein Verbot von Wasserschläuchen und Bewässerung.