Südeuropäische EU-Staaten fordern Beschleunigung der Wasserstrategie
Die EU-Kommission soll die Wasserpolitik zügig vorantreiben. Das forderten die Landwirtschaftsminister von neun südeuropäischen EU-Mitgliedstaaten am Dienstag (3. September) auf Zypern.
Die EU-Kommission soll die Wasserpolitik zügig vorantreiben. Das forderten die Landwirtschaftsminister von neun südeuropäischen EU-Mitgliedstaaten am Dienstag (3. September) auf Zypern.
Die Minister der neun südeuropäischen Mitgliedsstaaten (Kroatien, Zypern, Frankreich, Griechenland, Italien, Malta, Portugal, Slowenien und Spanien) haben einen gemeinsamen Appell gestartet, um den Agrarsektor bei der Bewältigung der Wasserknappheit zu unterstützen und die Wasserversorgung in Zeiten zunehmender Trockenheit sicherzustellen.
„Dieses Ministertreffen ist ein Beweis für unsere Entschlossenheit, die Wasserknappheit zu bekämpfen und unseren Landwirten eine widerstandsfähige und wohlhabende Zukunft zu sichern“, erklärte die zyprische Ministerin Maria Panayiotou auf einer Pressekonferenz am Dienstagmorgen.
„Wir fordern die Europäische Kommission auf, die europäische Wasserstrategie zügig voranzutreiben“, fügte sie hinzu.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte die Strategie in ihrer Rede vor dem Europäischen Parlament am 18. Juli 2024 angekündigt. Am selben Tag forderten auch die Umweltminister von 21 EU-Staaten eine europäische Strategie, „um sicherzustellen, dass Wasser in den kommenden Jahren ganz oben auf der europäischen Agenda steht und die Ziele der EU im Bereich des Wassermanagements in die Tat umgesetzt werden.“
Prioritäten der südeuropäischen Staaten
Die Notwendigkeit, die europäische Landwirtschaft zu finanzieren, haben die Minister der südeuropäischen Staaten unterstrichen. Dies solle insbesondere durch die Einrichtung eines europäischen Versicherungssystems geschehen, wie der spanische Minister Luis Planas bereits am Montag gegenüber der EU-Kommission gefordert hatte, so EFEAgro.
Diese Forderung wurde am Dienstagvormittag von seinen südeuropäischen Kollegen aufgegriffen.
In einer gemeinsamen Pressemitteilung forderten die Minister auch „Flexibilität und Vereinfachung im Finanzierungsrahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für wasserwirtschaftliche Maßnahmen“, mit der Möglichkeit, Investitionen in die Bewässerung zu finanzieren.
„Es ist notwendig, die GAP-Finanzierung zu stärken, denn die GAP ist das Instrument, das die Präsenz der Landwirtschaft in den Regionen sicherstellt“, betonte der italienische Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida bei der Pressekonferenz.
Die Minister sprachen sich auch für eine Erhöhung der EU-Investitionen in die angewandte Forschung aus. Damit solle „die Nutzung verfügbarer Technologien und die Züchtung von Sorten, die besser an Wasserknappheit angepasst sind, gefördert werden.“
Frankreichs Landwirtschaftsminister Marc Fesneau betonte beispielsweise die Bedeutung der Gentechnik. Sie müsse „ein Instrument sein müssen […], um Sorten zu züchten, die resistenter gegen Wasser- und Klimastress sind.“
Die Wassersicherheit „muss weiterhin im Mittelpunkt der Arbeit der Europäischen Kommission stehen – um eine sichere und nachhaltige Zukunft für Sie und alle unsere Landwirte zu schaffen“, kommentierte EU-Kommissar Janusz Wojciechowski auf X. Er nahm an der Konferenz teil und traf sich mit den Ministern zu bilateralen Gesprächen.
Abschließend riefen die Minister dazu auf, die Zusammenarbeit zwischen den südeuropäischen Ländern in den Bereichen Forschung, bewährte Praktiken und technologische Lösungen zu intensivieren.
EU erwägt Entwicklung von Wasserstrategie angesichts von Klimawandel und Konflikten
Unter den Prioritäten der wiedergewählten Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist auch die Entwicklung einer…
4 Minuten
[Bearbeitet von Angelo Di Mambro/Martina Monti/Daniel Eck]