Studie: Strengere Klimapolitik könnte Gesundheitswesen viel Geld sparen [DE]
Die EU könnte jährlich bis zu 25 Milliarden Euro sparen, wenn sie eine ambitioniertere Klimapolitik verfolgen würde, geht aus einer neuen Studie von Gesundheits- und Umweltorganisationen hervor.
Die EU könnte jährlich bis zu 25 Milliarden Euro sparen, wenn sie eine ambitioniertere Klimapolitik verfolgen würde, geht aus einer neuen Studie von Gesundheits- und Umweltorganisationen hervor.
Würde die EU ihr Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20% zu senken, auf 30% erhöhen, könnten jährlich ganze 48% der Ausgaben im Gesundheitswesen bzw. 6,5 bis 25 Milliarden Euro eingespart werden, geht aus dem Bericht hervor, der von Health and Environment Alliance (HEAL), Climate Action Network Europe (CAN-E) und WWF in Auftrag gegeben wurde.
Die Schätzungen stützen sich auf Wirtschaftsanalysen über die geringere Zahl von Todesfällen und Gesundheitsproblemen infolge besserer Luftqualität. Die Ersparnisse für Wirtschaft und Regierungen wurden ebenfalls berücksichtigt, bezogen auf die selteneren Ausfälle von Arbeitern und geringeren Kosten für die Gesundheitsfürsorge.
Der Studie zufolge könnten zusammengerechnet 105.000 Lebensjahre pro Jahr gerettet und 2.800 Einlieferungen in Krankenhäuser vermieden werden, wenn das höhere Ziel zur Emissionsminderung umgesetzt wird. Zusätzlich zu diesem Nutzen für die Gesellschaft würden der Wirtschaft jedes Jahr zusammengerechnet zwei Millionen Arbeitstage weniger verloren gehen.
Bisher hätten sich die Diskussionen über den Klimawandel nur um die Kosten für die Industrie und die Wirtschaft gedreht, während die Kosten der Schädigung des Klimas für die Gesellschaft bisher weitestgehend außen vor gelassen worden seien, meinte Delia Villagrasa, Senior Adviser des WWF bezüglich der verbesserten Lebensqualität für die EU-Bürger infolge der Nutzung umweltfreundlicherer Energiequellen.
Der Bericht betonte außerdem, dass strengere Klimaschutzprogramme dazu beitrügen, Wälder, Ökosysteme und historische Gebäude zu schützen, was zu den zahlreichen Vorzügen noch hinzukomme. Außerdem gehe man davon aus, dass die Unternehmen durch die Umsetzung von Maßnahmen zur Kontrolle der Luftverschmutzung bedeutende Kosteneinsparungen erzielen können.
Bei der Ergreifung von Maßnahmen gegen den Klimawandel entstehe eine „Win-win-win-Situation“. Von strengeren Zielvorgaben profitierten sowohl die Erde, als auch der Gesundheitszustand der europäischen Bürger und die Industrie, weil die Kosten für die Kontrolle der Luftverschmutzung gesenkt werden könnten, meinte Tomas Wyns, Referent zum Emissionshandelssystem bei CAN-E.
Die NGO hoffen, dass die dargelegten Vorzüge für die Gesundheit die EU davon überzeugen wird, sich für ein Mindestziel von 30% Treibhausgasemissionsminderungen bis zum Jahr 2020 einzusetzen. Derzeit plädiert die EU für eine Senkung aller ihrer Treibhausgase um 20% bis 2020. Sie hat jedoch versprochen dieses Zielvorgabe auf 30% zu erhöhen, wenn in Kopenhagen nächstes Jahr ein neues weltweites Klimaschutzabkommen abgeschlossen wird, dass auch weitere große Emittenten wie die USA und China mit einschließt.